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"Seien sie stolz auf ihr Bad"

Gutachter empfehlen Investition "Seien sie stolz auf ihr Bad"

Ein gutes Zeugnis hat die auf die Beratung von Bädern und Saunen spezialisierte Unternehmensberatung Altenburg dem Göttinger Badeparadies Eiswiese ausgestellt. Handlungsbedarf sehen die Berater aus Düsseldorf im Saunabereich und empfehlen Investitionen von bis zu 2,4 Millionen Euro in diesem Bereich.

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Sorgenkind für die Düsseldorfer Bäderexperten ist der Saunabereich. Hier gebe es dringenden Handlungsbedarf.

Quelle: Hinzmann (Archiv)

Göttingen. "Seien sie stolz auf ihr Bad", gab der geschäftsführende Gesellschafter der Unternehmensberatung, Dietmar Altenburg, den Mitgliedern des Sportsausschusses mit auf dem Weg. Bei seiner Analyse habe er eine "außergewöhnlich gute Gesamtsituation" und eine "gute Wirtschaftlichkeit" vorgefunden. Die Besucherzahlen seien für ein Bad dieser Größe ausgezeichnet.

Sorgenkind für die Düsseldorfer Bäderexperten ist der Saunabereich. Während dieser im Außenbereich des Saunagartens hervorragend und "hoch attraktiv" sei, falle der Innenbereich deutlich ab, sagte der Altenburg-Geschäftsführer Marco Steinert-Lieschied. "Sauna wie vor 20 oder 25 Jahren", so sein Urteil. Hier gebe es dringenden Handlungsbedarf. 

Dass die Düsseldorfer ihr Augenmerk auf den Saunabereich gelegt haben, hat Gründe: Er sei die "cash cow" der Eiswiese, der Teil des Bereiches, der das Geld verdiene. So gehe aus der Erlös- und Kostenstruktur für 2014 hervor, dass der Badbetrieb vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ein Minus von rund 590000 Euro eingefahren hat. Der Saunabereich im Gegenzug erwirtschaftete gleichzeitig rund 596000 Euro.

Der Saunabereich biete derzeit ein "grundehrliches Angebot" mit "leicht rustikaler Note", beschreibt Altenburg. Der leichte Besucherrückgang ab 2013 von 100457 Besuchern auf 95489 sei zwar nicht dramatisch, aber möglicherweise ein erstes Anzeichen, dass Saunagänger sich anderen Angeboten zuwendeten. 

Um den Saunabereich aufzuwerten und attraktiv zu halten, empfehlen sie den 900 Quadratmeter großen Sauna-Innenbereich umzustrukturieren und zu modernisieren. Geschätzte Kosten: 1,7 bis 2 Millionen Euro. Ein 100 Quadratmeter großes, so genanntes Salzhaus könnte das künftige Saunaangebot verbessern. Mit bis zu 350000 Euro würde diese Investition ersten Schätzungen zu Buche schlagen. "Das ist gut angelegtes Geld", sagte Altenburg. 

Bei einer Stärken-Schwächen-Analyse für die Eiswiese führen die Unternehmensberater als Stärken des Bades unter anderem die Preispolitik in Bad und Sauna an, deren Wirtschaftlichkeit und ihre Auslastung an. "Bäder sind immer Zuschussbetriebe", saget Altenburg. So auch in Göttingen. 2014 lag der Zuschuss pro Eiswiesen-Besuch bei 1,07 Euro. Der Branchenvergleichswert, den die Düsseldorfer für ein vergleichbares Bad nennen, liegt zwischen 1,50 und 4,50 Euro Zuschuss.

Die Preise in der Eiswiese seien "sehr sozial". Als "ungewöhnlich und aus Beratersicht störend ist das Fehlen eines ausgewiesenen Familientarifes", analysieren Altenburg und  Steinert-Lieschied. Die bisherige Tarifstruktur mit fünf Tarifen sei breitgefächert und führe "erfahrungsgemäß bei Besuchern zu gewissem Zeitdruck". Um dem zu erwartenden Instandhaltungsdruck im Bad zu begegnen, riet Altenburg den Ratspolitiker, vor Preiserhöhungen nicht zurückzuscheuen.

Der Ausschuss billigte in der Sitzung gegen die Stimmen der Linken die von der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH vorgeschlagene Preiserhöhung von bis zu mehr als elf Prozent.

Besucherentwicklung

Exakt 654542 Besucher kamen 2015 in das Badeparadies Eiswiese. 559053 ins Bad und 95489 in die Sauna. Den bisherigen Besucherrekord in der 18-jährigen Badgeschichte mit 666523 Besuchern gab es 2011. Nach kontinuierlichem Anstieg von 2010 (89634) bis 2013 (100457) sind die Saunabesuche in 2015 auf (95489) gesunken. Im Badebereich war ebenfalls 2011 mit 567173 Besucher Hochstand erreicht. Den Tiefpunkt zwischen 2010 und 2015 markierte 2013: Nur 536035 Badegäste kamen, 2015 waren es 559053.

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Das Schwimmen im Badeparadies Eiswiese und den Göttinger Freibäder wird teurer: Der Sportausschuss des Rates hat am Dienstag der Vorlage der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH zugestimmt. Einzig Edgar Schu (Linke) stimmte gegen die Erhöhung und die Einführung einer neuen Tarifstruktur.

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