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30 Monate Haft für versuchte Vergewaltigung

Landgericht Göttingen 30 Monate Haft für versuchte Vergewaltigung

Das Göttinger Landgericht hat einen 26-jährigen Mann am Mittwoch wegen versuchter Vergewaltigung und sexueller Belästigung in insgesamt drei Fällen zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Mann hatte im April an nur drei Tagen zwei Frauen bedrängt und eine fast vergewaltigt.

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Quelle: dpa

Göttingen/Friedland. Von sechs ursprünglich angeklagten Übergriffen waren schließlich nur drei Gegenstand der Verhandlung. Vor Gericht hatte der Flüchtling die Taten im Februar und im April eingeräumt. Der schwerste Übergriff fand am 16. April im Lager Friedland statt: Eine junge Frau, die erst wenige Wochen zuvor nach Deutschland gekommen war, saß am Nachmittag des Ostersonntags mit ihrem Ehemann auf einer Bank im Lager – in der Nähe der Kapelle, wo der Mobiltelefon-Empfang besser ist.

Nachdem ihr Mann kurz fortgegangen war, näherte sich ihr der Angeklagte, sprach sie in einer ihr unbekannten Sprache an und setzte sich neben sie. Nach kurzer Zeit zog sie der Mann von der Bank auf den Boden, setzte sich auf sie und zog ihr trotz Gegenwehr Hose und Slip aus, schilderte das Gericht den Vorfall in der Urteilsbegründung. Danach zog er sich selbst die Hose herunter und legte sich auf sie – am helllichten Tag und obwohl sich in der Nähe andere Personen aufhielten. gezogen, sich auf sie gesetzt, ihr vorübergehend den Mund zugehalten und versucht, ihr die Hose herunterzuziehen.

Nur dem Eingreifen eines anderen Lagerbewohners sei es zu verdanken gewesen, dass es schließlich doch nicht zu einem Eindringen und damit zu einer vollendeten Vergewaltigung gekommen sei, erklärte das Gericht. Gegenüber ihrem Retter soll der Angeklagte noch gesagt haben, „Gib mir noch Zeit“ und „Halt dich da raus.“ Allerdings ohne Erfolg: Der Lagerbewohner, ein Landsmann der überfallenen Frau, zog den Angreifer von seinem Opfer herunter und übergab ihn Mitarbeitern der Landesaufnahmebehörde.

Vor Gericht weniger schwer wogen die beiden anderen verhandelten Übergriffe: In beiden Fällen näherte sich der 26-Jährige in einem Regionalzug zwischen Göttingen und Friedland Frauen. Gesprächsversuche scheiterten, weil der Angeklagte so gut wie kein Deutsch spricht. Dafür belästigte und betatschte er die beiden Frauen und fasste ihnen an Brust und Gesäß. Dies belegen auch Videoaufnahmen aus den beiden Cantus-Zügen. Heftige Gegenwehr und das Eingreifen von Mitreisenden verhinderten Schlimmeres.

Laut Polizei war der Angeklagte, der erst im Januar dieses Jahres über Libyen, die Mittelmeerroute und Österreich nach Deutschland gekommen war, zum Zeitpunkt des Übergriffs im Lager Friedland bereits aus zwei anderen Flüchtlingsaufnahmeeinrichtungen wegen sexueller Delikte verwiesen worden. Schon im Februar war der 26-Jährige erstmals einschlägig aufgefallen. Die Anklageschrift führte denn auch zwei Fälle in Bad Fallingbostel und einen weiteren in Westerode auf, wo er Frauen gegen ihren Willen angefasst, an sich gezogen oder geküsst haben soll.

Trotz der Zahl und der Intensität der Vorwürfe folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf dreieinhalb Jahre Haft nicht. Dem Angeklagten hielt es zugute, dass er zu einem großen Teil geständig war, Alkohol getrunken hatte und vor allem strafrechtlich zuvor ein gänzlich unbeschriebenes Blatt gewesen sei. Andererseits spreche die zeitliche Dichte der Übergriffe – drei Taten in nur drei Tagen – nicht gerade für den Angeklagten.

In der Gesamtschau, so die Urteilsbegründung, seien zweieinhalb Jahre Haft tat- und schuldangemessen. Für eine Strafe von maximal zwei Jahren, deren Vollzug noch zur Bewährung hätte ausgesetzt werden können, wögen die Taten zu schwer. Ob der 26-jährige Flüchtling diese Strafe vollständig absitzen muss, sei allerdings offen, erklärte das Gericht. In die weitere Entwicklung des Falls werde auch die zuständige Ausländerbehörde einbezogen.

Von Matthias Heinzel

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