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Harlekin-Gesichter erfreuen nicht alle

Anzeigen wegen Sprayer-Motiv Harlekin-Gesichter erfreuen nicht alle

Sein hämisches Grinsen begleitet einen durch die gesamte Stadt. Sei es am Wall, auf dem Marktplatz oder an der Universitätsbibliothek: Ein meist rotes Harlekin-Graffito prangt auf etlichen Hauswänden und Mauern in der Göttinger Innenstadt. Seit Monaten steigt die Zahl dieser Schmierereien im Stadtgebiet.

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Graffiti-Gesichter in Göttingen: Harlekin auf einer Mauer in der Turmstraße.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Viele wurden mittlerweile entfernt, doch noch immer lächeln einige den Passanten fies zu. Und neue kommen hinzu. Der genaue Zeitpunkt, an dem die Graffiti-Gesichter das erste Mal auftauchten, ist unklar. Sicher ist, dass seit dem Frühjahr 2012 immer wieder neue entdeckt werden. Bei der Göttinger Polizei sind gut ein Dutzend Anzeigen wegen Sachbeschädigung eingegangen, die allesamt den Harlekin oder, wie im April auf einem Gedenkstein auf dem Hagenberg, den Schriftzug „Joker“ gemein haben.

„Das Täterumfeld ist uns bislang nicht bekannt“, sagt Polizeisprecher Joachim Lüther. „Außerdem werden nur die Fälle registriert, die auch angezeigt werden.“ Diese werden allgemein als Sachbeschädigung in den Akten vermerkt, ein besonderes Augenmerk auf den Harlekin-Sprayer legt die Polizei nicht. Auch wenn die Graffiti aufgrund ihrer markanten Erscheinung und Vielzahl aus den anderen Anzeigen herausstechen mögen.

"Stadtbekannt werden"

Unter Graffitikünstlern sind die grinsenden Gesichter nicht gerne gesehen, sagt ein Kenner der Szene, der namentlich nicht genannt werden möchte. Dem Sprayer würde es nur darum gehen, „stadtbekannt zu werden.“ Bei der simplen Zeichnung sei auch davon auszugehen, dass es sich nicht um einen erfahrenen Sprüher mit künstlerischen Ambitionen handle.

Nicht nur Hauswände und Mauern dienten bislang dem unbekannten Sprayer als Leinwand, sondern auch der Lieferwagen der Göttinger Tafel. „Wir fanden das Motiv schon lustig. Ärgerlich war es trotzdem, da wir den Schaden hatten“, sagt Tafel-Geschäftsführerin Martina May. Sie erstattete Strafanzeige gegen Unbekannt. Über Spenden konnte das Motiv am Ende entfernt werden – doch etliche andere Gesichter sind weiterhin in der Stadt präsent.

Von Christopher Piltz

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