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Harte Zeiten fürs Wild: Rücksicht im Wald

Ruhe im Revier Harte Zeiten fürs Wild: Rücksicht im Wald

Der anhaltende Winter ist auch für die Wildtiere eine Herausforderung. Noch finden sie genug Nahrung. Was sie gar nicht vertragen: Störungen durch Wintersportler oder Spaziergänger abseits der gängigen Wege.
„Die Tiere sind jetzt nicht auf Flucht eingerichtet“, erklärt Kreisjägermeister Ernst Friedrich Wille.

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Wildtiere brauchen jetzt Ruhe: Kadaver bieten Futter für Greifvögel, wie hier bei Breitenberg.

Quelle: Mischke

Er appelliert an alle, die den Winter im Freien genießen, nicht abseits der Wege, Rodelbahnen oder Skiloipen durchs Revier zu streifen. Das scheucht das Wild auf, die Tiere verbrauchen unnötig viel Energie – was sie nur schwer durch Nahrung kompensieren können. „Das Wild gerät in eine Stresssituation, wenn es aufgescheucht wird“, so Wille.

Selbst die Wildschweine, die sich im Herbst dank vieler Bucheckern und Eicheln einen dicken Winterspeck angefressen haben, sind gefährdet. Denn: „Viele Bachen haben jetzt Frischlinge“, sagt der Kreisjägermeister. Durch den langen Winter 2009 hat sich die sogenannte Rauschzeit der Sauen verschoben, sie haben jetzt Nachwuchs.

Anders die Rehe. Sie haben zur Zeit „Eipause“, passen ihren Stoffwechsel wie viele Wildtiere der Jahreszeit an. Sie müssen aber unter der Schneedecke nach Nahrung scharren. Rehwild frisst im Winter auch Ranken, Zweige und Pflanzentriebe, die sie im Unterholz suchen. Dort brauchen die Tiere Ruhe. Auch Hundehalter sollten ihre Tiere beim Tollen im Schnee im Blick behalten, rät Wille. Er habe bereits etliche Spuren im Wald gefunden, die zeigen, dass Skifahrer und Wanderer abseits der Wege Wild aus den Unterschlüpfen aufgescheucht hätten.

Einige Tiere verenden dennoch im Winter. Der Waidmann hat hier noch einen weiteren Tipp: Wer ein Tierkadaver im Wald findet, sollte ihn dort auf jeden Fall unberührt liegen lassen. „Beispielsweise Greifvögel und Eulen finden unter dem Schnee kaum Mäuse, Kadaver sind für sie ein wichtiger Bestandteil der Nahrungskette“, erklärt Wille. Die Jäger lassen deshalb im Winter absichtlich tote Tiere als Futter für andere liegen.

Auch wenn der Winter in der Region anhält: Eine echte Notzeit für das Wild besteht noch nicht. Die sogenannte Notzeit kann der Kreisjägermeister ausrufen, wenn die Tiere keine Nahrung mehr finden. Das kann passieren, wenn der Schnee stark verharscht. „In den letzten Jahren ist es dazu nicht gekommen“, so Wille. Erst dann füttern die Jäger fachgerecht das Wild. Privatleute sollten keinesfalls Futter in den Wald bringen.

Von Britta Bielefeld

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Immer mehr Schnee, darunter verharschte Schichten und gefrorene Böden – dieser Winter bedroht jetzt die Tiere in Wald und Feldflur: Sie finden kaum noch Nahrung. Ab sofort steht das Wild unter einem besonderen Schutz. Die Kreisjägermeister haben gestern für die Landkreise Göttingen und Northeim die „Notzeit für Wild“ ausgerufen.

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