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Helmut Schmitt bleibt auf 3500 Litern Glühwein sitzen

Nach 15 Jahren Weihnachtsmarkt verlassen Helmut Schmitt bleibt auf 3500 Litern Glühwein sitzen

Eigentlich sollte erst nach dem Weihnachtsmarkt 2013 Schluss sein. Doch unfreiwillig ist Helmut Schmitt mit seinem Glühweinstand schon in diesem Jahr nicht mehr unter den Beschickern des „Glühweinmarktes“. Die Stadtverwaltung hat seinen Stand, den es nach Schmitts Angaben bereits seit 15 Jahren auf dem Göttinger Weihnachtsmarkt gibt, nach den seit Beginn des Jahres geltenden neuen Vergaberichtlinien abgelehnt.

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Göttinger „Glühweinmarkt“: Seit 15 Jahren das erste Mal ohne den Stand von Helmut Schmitt. Die Stadt weist seine Vorwürfe zurück.

Quelle: Heller

Göttingen. Schmitt wirft der Stadt Verfahrensfehler vor. So habe sich sein Sohn Marc wie die Jahre zuvor mit einem kurzen formlosen Schreiben bei der Stadt um einen Standplatz beworben. Doch statt diesem die neuen Vergaberichtlinien zukommen zu lassen, erreichten diese nur den Vater per Fax. Auch der Hinweis, dass ihre Bewerbung „lückenhaft“ sei, sei von Seiten der Stadt ausgeblieben, kritisiert Schmitt und räumt gleichwohl Fehler bei der Kommunikation zwischen ihm und seinem Sohn ein. Wie viel Geld Schmitt durch die Absage einbüßen muss, will er nicht sagen. Ein mittlerer fünfstelliger Betrag? Schmitt dementiert nicht.

Manfred Kuhlmann, Leiter des Fachbereiches Ordnung, in dessen Zuständigkeit auch die Auswahl der Stände des Weihnachtmarktes liegt, dementiert Schmitts Vorwürfe gegen die Stadt. Man habe die Standbetreiber, die schon im vergangenen Jahr auf dem Weihnachtsmarkt vertreten gewesen sind, schriftlich über die neuen Vergaberichtlinien informiert, versichert er. Danach habe man Vater und Sohn Schmitt noch einmal daran erinnert.

Ergebnis sei lediglich Schmitts formloses Schreiben gewesen. „Menschlich tut es mir sehr leid. Rechtlich sind mir durch die neuen Richtlinien die Hände gebunden“, sagt Kuhlmann. Verwaltungsintern habe man den Stand der Schmitts auch ohne seine vollständige Bewerbung anhand der Erfahrungen aus den Vorjahren nach den neuen Vergaberichtlinien geprüft. Ergebnis: Die Punktzahl für Schmitts Stand reichte nicht.

Es gab Bewerber, die bei der Prüfung deutlich besser abschnitten. Schmitt hatte zunächst versucht, gegen die Absage gerichtlich vorzugehen. Seine Klage hat er aber zurückgezogen. Sein Anwalt hatte ihm dazu geraten. Schmitt übt weiterhin Kritik an diesen Vergaberichtlinien: Durch diese hohen Anforderungen an die Stände würden „kleine Stände auf der Strecke bleiben“.

Schmitt ist nach Kuhlmanns Angaben der einzige der langjährigen Glühwein- und Bratwurststände, der die Kriterien nicht erfüllt hat. Diese Stände seien sehr begehrt, sagt Kuhlmann. Es habe dafür aber „vergleichsweise“ wenig Bewerber gegeben. Bei den kleineren Kunsthandwerkständen gebe es mehr Fluktuation.

Jetzt sitzt Schmitt auf 3500 Litern Glühwein. Die hatte er bei seinem Winzer frühzeitig geordert. Nun will er den heißen Rebensaft mit dem Startschuss des Weihnachtsmarktes in und vor seiner Weinstube in der Roten Straße verkaufen – täglich ab 17 Uhr, donnerstags und sonnabends schon ab 11 Uhr. „Wir hätten uns den Abschied anders vorgestellt“, sagt Schmitt.

Auch an der Ecke an der Johanniskirche gegenüber dem Riesenrad, dort, wo Helmut Schmitt 15 Jahre seinen Glühweinstand hatte, an der Ecke,  an der Schmitt stets „wie ein Löwe um sein Publikum gekämpft“ hat, wird es in diesem Jahr Glühwein geben: Die Stadt hat den Platz an die alteingesessene Göttinger Schaustellerfamilie Beinhorn vergeben.

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