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Hilfe für Eltern, deren Kinder in der Schwangerschaft sterben

Regenbogen-Gesprächskreis Hilfe für Eltern, deren Kinder in der Schwangerschaft sterben

Sie verlieren die Hoffnung auf ein Leben mit Kind: Eltern, deren Kinder in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt sterben. Für sie gibt es seit fast 20 Jahren den Regenbogen-Gesprächskreis Göttingen. Er hilft ihnen auf ihrem Weg der Trauer.

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Finden Halt im Regenbogen-Gesprächskreis: Stephanie Rieger (l.) und Maren Dostal.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Initiatorin war 1996 Birgit Scharnowski-Huda, sie hatte ihren Sohn in der 30. Schwangerschaftswoche verloren. Eine Selbsthilfegruppe für Eltern, die dieses Schicksal erleiden, gab es in der Region vorher nicht. Seit acht Jahren ist Maren Dostal dabei. Ihre Tochter starb in der 22. Schwangerschaftswoche. Durch die Beerdigung ihres Kindes stieß sie zu dem Gesprächskreis. Heute ist sie Vorsitzende des Vereins, der 2012 aus dem Gesprächskreis hervorging.

Sohn starb an Gendefekt

„Der Verlust während der Geburt ist ein anderer Verlust“, sagt Stephanie Rieger. Ihr Sohn starb im Alter von sechs Monaten aufgrund eines tödlichen Gendefektes. Die Schwangerschaft mit ihrer Tochter musste sie im März 2011 wegen des gleichen Gendefekts abbrechen. Mit anderen fehl- oder zu früh geborenen Babys wurde das Kind über den Regenbogenverein auf dem Weender Friedhof beigesetzt. Jetzt ist Rieger wieder schwanger und es ist klar: Mit ihrem neuen Partner tritt der Gendefekt nicht auf.

Wenn eine Frau in der Schwangerschaft ein Kind verloren habe, sei sie nicht mehr so unbelastet wie vorher.  Sie plage sich mit Fragen wie „Werde ich überhaupt wieder schwanger?“ Wichtig sei, dass betroffene Eltern noch im Krankenhaus von Regenbogen erfahren und so Kontakt aufnehmen können. Viele Außenstehende könnten die Trauer über ein ungeborenes oder sehr jung gestorbenes Kind nicht wirklich verstehen. „Ihr seid noch so jung“, sei eine häufige Phrase. Wie es den Eltern wirklich geht, könne niemand verstehen, der nicht das Gleiche durchgemacht habe.

Sammelbestattungen in Weende

„Die Wunden verheilen, die Narben bleiben“, sagt Rieger. Sie hat gemerkt, dass es anderen hilft, wenn sie von ihrem Verlust erzählt. So ist sie in dem Gesprächskreis dabei und betreut auch die Beerdigungen. Dreimal im Jahr werden Sammelbestattungen mit der Gemeinde St. Petri Weende und der Klinikseelsorge der Universitätsmedizin Göttingen durchgeführt. Dafür werde alles aufgenommen, was die Eltern möchten. Entscheidend sei eine Gesetzesänderung: Eltern von sogenannten Sternenkindern – das sind Frühchen, die mit einem Gewicht unter 500 Gramm tot geboren werden – bekommen danach die Möglichkeit, die Geburt beim Standesamt aufnehmen zu lassen und ihrem Kind damit eine Existenz zu geben.

Die Treffen im Gesprächskreis finden an jedem letzten Freitag im Monat um 19.30 Uhr in der evangelischen Familienbildungsstätte, Düstere Straße 19 in Göttingen statt. Termin für den nächsten Gesprächskreis ist am Freitag, 26. April. Die nächste Beerdigung ist am Mittwoch, 22. Mai, um 10 Uhr auf dem St.-Petri-Friedhof in Weende. Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Dezember findet um 19 Uhr in der Kirche St. Petri in Göttingen-Weende eine Gedenkfeier zur Erinnerung an alle gestorbenen Kinder statt. Bei diesem „Worldwide Candle Lighting“ zünden Menschen in aller Welt zum Gedenken an die Kinder Kerzen an.

Von Ute Lawrenz

► r egenbogenverein-göttingen.de

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