Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 0 ° Gewitter

Navigation:
„Hochzeitsprämie“ bringt Region ins Rotieren

Fusionsdebatte „Hochzeitsprämie“ bringt Region ins Rotieren

Eine vom Land bei Fusionen in Aussicht gestellte „Hochzeitsprämie“ bringt althergebrachte Kreis- und Gemeindegrenzen in Südniedersachsen in Bewegung. Der Landkreis Holzminden will plötzlich mit dem Nachbarkreis Northeim fusionieren. Northeims Landrat Michael Wickmann (SPD) kann sich das vorstellen. Noch im Dezember soll ein Gutachten zum Vorhaben in Auftrag gegeben werden.

Samtgemeinden überlegen, ob sie zur Einheitsgemeinde mutieren sollen wie in Dransfeld oder Bad Grund. Anlass der Debatten ist der sogenannte „Zukunftsvertrag“, den die Landesregierung mit den Kommunen schließen will. Nach Verhandlungen mit den kommunalen Spitzenverbänden soll die Absichtserklärung nächste Woche ins Kabinett. Bei Fusionen will das Land den Kommunen bis zu 75 Prozent der aufgelaufenen Kassenkredite abnehmen. Voraussetzung ist allerdings, dass Fusionsbeschlüsse bis 2011 fallen.

Osterodes Landrat und Vorsitzender des niedersächsischen Landkreistages, Bernhard Reuter (SPD), hält ein überstürztes Vorgehen für „chaotisch“. Erst müsste die Aufgabenverteilung festgelegt werden und das Land Vorgaben machen. Falls künftige Kreise eine Bündelungfunktion wahrnehmen sollten, könne man auch Kreise mit 150   000 Einwohnern vergessen. Für das Vorhaben Holzminden-Northeim prophezeit Reuter „nichts Gutes“. Er würde gerne auch mit Göttingen reden, so Reuter. Eine Fusion mit Goslar bringt aus seiner Sicht für Osterode keine Vorteile und sei abgehakt.

Die SPD-Fraktion begrüße die Bereitschaft von Kommunen, neue Wege zu gehen, um die kommunale Selbstverwaltung zu stärken, kommentierte der SPD-Fraktionschef im Göttinger Kreistag, Jörg Wieland, gestern die Fusionsdebatte in Northeim und Holzminden. Bei Göttingens Landrat Reinhard Schermann (CDU) würde er sich eine ähnliche Gesprächsbereitschaft wünschen. Eine Insellösung dürfe es nicht geben. Der Landrat isoliere den Landkreis in Südniedersachsen, so Rolf-Georg Köhler, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, in einer gemeinsamen Erklärung mit Wieland. In der nächsten Kreistagssitzung am 9. Dezember solle das Thema Regionsbildung wieder auf die Tagesordnung. Insbesondere die Grünen setzten sich bisher für eine Großregion ein.

Von Gerald Kräft

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Bisher kein Protest

In der Samtgemeinde Dransfeld wird ernsthaft darüber nachgedacht, eine Einheitsgemeinde zu gründen. Das berichtete Jan-Thomas Geyer (CDU) dem Stadtrat. Bei einer Versammlung mit den Bürgermeistern habe es von Seiten Niemetals und Jühndes „keinen grundsätzlichen Widerstand“ gegeben. Scheden wolle die Bürger befragen und dann im Gemeinderat eine Entscheidung fällen.

  • Kommentare
mehr
Mehr aus Göttingen
Anzeigenspezial
Bilder der Woche 6. bis 12. Januar
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt