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Hospiz-Verein für Göttinger Süden

Betreuung Sterbender Hospiz-Verein für Göttinger Süden

Der Mann war sterbenskrank. Helfer eines Hospiz-Vereins betreuten ihn. Die Frage, „ob all die Häuser noch stehen, die ich gebaut habe?“, trieb den Maurermeister vor seinem Tod um. Die Helfer sind mit ihm noch einmal  zu den wichtigsten Baustellen seines Lebens gefahren. Sie haben dabei einen Sterbenden glücklich gemacht.

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Sterbenden hilfreiche Hand reichen: Neuer Hospiz-Verein Friedland bildet fachkundige Helfer für Sterbenskranke aus.

Quelle: dpa

Friedland. Wolfgang Maltzahn erzählt dieses Beispiel, wenn er beschreiben will, wie vielfältig Hospiz-Arbeit sein kann. Der 61-Jährige ist Vorsitzender des „Hospiz-Vereins Friedland an der Leine“, der sich im Dezember gegründet hat. Zwölf Freunde und Bekannte waren es damals. Inzwischen zählt der Verein 31 Mitglieder.

W. Maltzahn

W. Maltzahn

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Sie wollen die Lücke in der Hospiz-Arbeit zwischen Göttingen und Hann. Münden schließen und fühlen sich zuständig für die Gemeinden Gleichen, Friedland und Rosdorf. Seit März werden die ersten 13 Sterbe- und Trauerbegleiter des Vereins ausgebildet. Sie sind zwischen 30 und 70 Jahre alt und bereit, als ehrenamtliche Betreuer dem Tod ins Auge zu sehen.

Alten- und Krankenpfleger sind dabei, Pflegekräfte, Seelsorger, Therapeuten, eine Ärztin, eine Grundschullehrerin, Verwaltungsleute und Ingenieure.

Sie werden nach abgeschlossener Ausbildung – und wenn sie sich der Aufgabe gewachsen fühlen – Sterbenskranke auf ihrem letzten Weg mit Rat, Tat und Betreuung begleiten. Maltzahn, der mit mehr als zehnjähriger Erfahrung im Hospiz-Bereich nach Göttingen zog, rechnet mit bis zu 100 Patienten jährlich, die nach einer Anlaufzeit in den drei großen Landgemeinden betreut werden könnten.

Wenn das Unweigerliche bevorsteht

Der begeisterte Motorradfahrer Maltzahn ist ordinierter, doch heute ehrenamtlicher evangelischer Pfarrer, war einst Landesjugendpfarrer in Hessen, heute Biker-Pfarrer in Nordhessen und mehr als zehn Jahre lang Geschäftsführer einer großen Diakonieeinrichtung.

Überdies bildet er in Kurhessen-Waldeck Notfallseelsorger aus – und eben Hospiz-Helfer. Die erhalten auch in Friedland, wo der Verein ein Zuhause im Gemeindehaus der evangelischen Kirche fand, ihre Ausbildung kostenlos – so wie sie kostenlos helfen, wenn sie gerufen werden.

Denn es sei ja so vieles zu bedenken, wenn das Unweigerliche bevorstehe. Die Helfer des Hospiz-Vereins könnten bei Pflege, Anträgen, Ärztekontakten, bei psychosozialen und spirituellen Fragen helfen und vermitteln. Beratend sind neben Maltzahn und Stellvertreter Dieter Kahl sowie Schatzmeister Henrik Nothdurft auch die Seelsorger Diemo Rollert (evangelisch) und Georg Vetter (katholisch) im Vorstand.

Zu den Mitgliedern zählten inzwischen viele Ratsmitlgieder und der Friedländer Gemeindebürgermeister.

Einen Überblick über Hospiz-Arbeit gibt es an einem Info-Abend des Vereins am Mittwoch, 15. Mai, 19.30 Uhr, im evangelischen Gemeindehaus Friedland.
 
Charakter der Hospiz-Arbeit

Die Hospizarbeit differenziert sich heute in fünf Bereiche von unterschiedlicher Aufgabenintensität. Das reicht von der ambulanten Hospizgruppe, die Sterbenden Begleitung durch geschulte ehrenamtliche Hospizhelfer anbietet, bis hin zu einem stationären Hospiz, in dem Menschen unter Begleitung von Palliativmedizinern sterben können.

Der jetzt gegründete „Hospizverein Friedland an der Leine“ versteht sich als „ambulanter Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst“. Er bildet Hospizhelfer selbst aus, kooperiert mit anderen Hospizgruppen und Pflegediensten und bietet ambulante Betreuung und Beratung Sterbenskranker an, nicht aber deren Pflege. Außerdem wird die Bildung von Trauergruppen angestrebt.

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