Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Göttinger Freifunker wollen abwarten

Freies Internet für alle Göttinger Freifunker wollen abwarten

Durch die Änderung des Telemediengesetzes und die Abschaffung der sogenannten Störerhaftung gebe es „künftig endlich Rechtssicherheit für alle, die freies W-Lan anbieten", erklärt die Göttinger Landtagsabgeordnete Gabriele Andretta (SPD). Noch sind nicht alle davon überzeugt.

Voriger Artikel
Wetterballon explodierte über Göttingen
Nächster Artikel
Prozess endet mit Freisprüchen
Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. „Mit dem neuen Gesetz haben wir endlich Klarheit. Beim freien W-Lan hängt Deutschland im internationalen Vergleich immer noch hinterher – dieser Rückstand kann jetzt aufgeholt werden“, ist Andretta überzeugt. Durch die neue Rechtslage sollen Hotspot-Betreiber in Zukunft nicht mehr dafür zur Verantwortung gezogen werden, wenn ihr W-Lan von anderen Nutzern für illegale Aktivitäten genutzt wird. Ob die Hotspot-Betreiber damit nun wirklich auf der sicheren Seite stehen, will Hans-Werner Hilse von der Göttinger Freifunk-Initiative erst einmal abwarten. Zwar begrüßt auch er die Gesetzesänderung: "Alles, was Menschen erlaubt, freie Netze anzubieten, geht in die richtige Richtung." Allerdings werde erst die Praxis in den kommenden Monaten zeigen, ob Menschen, die der Öffentlichkeit ihr W-Lan zur Verfügung stellen, tatsächlich keine Angst mehr davor haben müssen, Post vom Anwalt zu bekommen, meint Hilse.

Für die Göttinger Freifunk-Initiative, die mittlerweile etwa 800 Hotspots in der Stadt und Umgebung anbietet, habe die neue Gesetzeslage zunächst einmal keine offenkundigen Folgen. Man werde beobachten, wie das neue Recht umgesetzt wird, und die Nutzer über Rechte, Pflichten und Risiken informieren, sagt Hilse. So sei etwa momentan noch völlig unklar, wie Hotspot-Sperrungen, die bei wiederholtem Missbrauch zukünftig möglich sein sollen, in die Tat umgesetzt werden sollen. Dennoch könne es sein, dass bald manche Nutzer einfach ihr W-Lan öffnen und nicht mehr auf die Infrastruktur der Freifunker zurückgreifen werden, die bislang Schutz vor der Rechtslage geboten habe, mutmaßt Hilse. Jedoch sei es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh, um die Entwicklung vorherzusehen.

Auf jeden Fall weiterhin mit den Freifunkern kooperieren will Frederike Breyer von Pro City Göttingen. "Es wäre schön, wenn durch die Gesetzesänderung endlich alle Sorgen ausgeräumt werden könnten", sagt die Geschäftsführerin der Interessenvertretung für die Belange der Innenstadt. Breyer hofft, dass nun eine neue Diskussion angestoßen wird, an deren Ende der Ausbau des W-Lan-Netzes in der Innenstadt steht. Das Ziel seien allerdings nicht viele "stationäre Einzelmaßnahmen", sondern ein durchgehendes, einheitliches Netz. "Die Kunden wollen sich nicht andauernd neu ein- und ausloggen, wenn sie unterwegs sind", meint Breyer. Darum sei es sinnvoller, weiterhin mit den Freifunkern zusammenzuarbeiten, anstatt in jedem Geschäft einen eigenen Hotspot zu errichten.

Von Maximilian Zech

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt