Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
IWF-Gelände: Wolfgang Meyer (SPD) bezieht Stellung zu Neubauplänen

Bauausschuss IWF-Gelände: Wolfgang Meyer (SPD) bezieht Stellung zu Neubauplänen

Chefsache ehemaliges IWF-Gelände: Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) selbst hat am Donnerstag im Bauausschuss des Rates Stellung bezogen. Der in die Kritik geratene Siegerentwurf eines Architektenwettbewerbs zur künftigen Bebauung des Areals entlang des Nonnenstiegs sei in keiner Weise bindend, erklärte Meyer.

Voriger Artikel
Unbekannte zerstechen Polizei die Reifen
Nächster Artikel
Tageblatt-Wochenendkolumne von Ilse Stein

Ehemaliges IWF-Gelände im Nonnenstieg: Das Neubauvorhaben ist umstritten, die Diskussion um den Bebauungsplan beginnt.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Was auf dem Gelände künftig gebaut werden dürfe, bestimme immer noch der Rat der Stadt, machte er deutlich und betonte, dass das Neubauvorhaben planungsrechtlich „auf Null“ stehe. „Die Diskussionen über einen Bebauungsplan gehen jetzt erst richtig los“, sagte der Verwaltungschef in Richtung der zahlreich in der Ausschusssitzung anwesenden besorgten Anwohner.

Der von dem österreichischen Architektenbüro Dietrich / Untrifaller vorgelegte Entwurf mit zehn mehrgeschossigen Neubauten leide daran, so Meyer weiter, dass damit das Gelände zu hoch und zu dicht bebaut würde. Meyer machte aber klar, dass auf dem Gelände weiterhin Geschosswohnungsbau vorgesehen bleibe.

Da der Kaufpreis für das 32 500 Quadratmeter große Gelände, „eher bei zehn Millionen Euro als fünf Millionen Euro“ liege, würde sich etwa eine Bebauung mit Einfamilienhäusern für den Investor, die EBR Projektentwicklungs GmbH, nicht mehr rechnen. Meyer ist sich sicher, mit dem Investor ein Einvernehmen zu erzielen.

Gesprächsbereitschaft

Die EBR hat sich inzwischen mit einem Optionsvertrag den Kauf des Areals gesichert. EBR-Geschäftsführer Bourzou Rafie Elizei betonte, dass die EBR zwar 32 500 Quadratmeter gekauft habe. Weil aber 10 500 Quadratmeter weiter als Kleingärten erhalten bleiben müssen, blieben nur 22 000 Quadratmeter als Nutzfläche übrig.

Rafie Elizei gab sich am Donnerstag ebenfalls gesprächsbereit: „Es ist uns klar, dass was an dem Entwurf geändert werden muss. Es ist uns klar, dass der Rat entscheidet.“

Auch Stadtbaurat Thomas Dienberg machte deutlich: „Was als Wettbewerbsergebnis vorgestellt wurde, wird so nicht kommen.“ Er betonte, dass die Verwaltung „früh“ über das Bauvorhaben informiert habe. Bereits im Februar 2012 war der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan Thema im Bauausschuss.

Er wies Vorwürfe zurück, die Politik sei nicht beteiligt gewesen. Dienberg sicherte zu, künftig die öffentliche Diskussion über Planungsleitlinien früher zu beginnen.

Bürgerbeteiligung wichtig

CDU-Fraktionschef Fritz Güntzler kritisierte, dass das Verfahren auf den Kopf gestellt worden sei. Er halte es für schwierig, zunächst den Investor einen Vorschlag machen zu lassen und dann erst mit dem Planungsverfahren zu beginnen. Damit habe man „Riesenerwartungen“ bei dem Investor geweckt.

Eigentlich sollte es so sein, dass Verwaltung und Politik den Rahmen vorgeben. Und weiter: „Die Planungen sollten sich an den Bürgern orientieren statt an dem Interesse an der Gewinnmaximierung für den Investor“, sagte Güntzler. Dem pflichtete Ulrich Holefleisch (Grüne) bei: „Eine von Investoren gesteuerte Stadtentwicklung wollen wir nicht.“

Stattdessen, so Felicitas Oldenburg (FDP), sei eine  „frühzeitige“ Bürgerbeteiligung wichtig. SPD-Mann Andreas Klatt plädierte aber dafür, den vorgelegten Siegerentwurf als Grundlage für die nun beginnende Diskussion zu nehmen, statt komplett von vorne anzufangen. „Von uns gibt es keine Zustimmung für Wohnraum mit gehobenem Standard“, kündigte Patrick Humke (Linke) an. Er forderte, dass „bezahlbarer Wohnraum“ geschaffen werden müsse.

In der Ausschreibung zum Architektenwettbewerb, der im April 2012 startete, hieß es: „Die Zielgruppen können sowohl kinderlose Doppelverdiener und besser verdienende Familien und Senioren, als auch die Mittelstandsfamilien sein.“ Nach einer vorläufigen Kalkulation rechnet die EBR beim Verkauf der Wohnungen mit einem Quadratmeterpreis auf derzeitigem „Ostviertelniveau“ – zwischen 2500 und 3500 Euro, ja nach Lage der Wohnung.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Nonnenstieg

Als „zu dicht und zu massiv“ wertet die SPD-Ratsfraktion die Entwürfe für eine künftige Bebauung des ehemaligen IWF-Geländes im Nonnenstieg. Der Siegerentwurf eines Architekturwettbewerbes werde den städtischen Vorgaben nicht gerecht.

mehr
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt