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„Ich will die liberale Tendenz stärken“

Interview „Ich will die liberale Tendenz stärken“

Friedrich Selter wird zum ersten August neuer Superintendent des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Göttingen. Jörn Barke hat mit dem 46-Jährigen nach seiner Wahl in das geistliche Leitungsamt gesprochen.

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Friedrich Selter: neuer Superintendent.

Quelle: EF

GT: Ihr Vorgänger im Amt wurde suspendiert, die erste Wahl eines Nachfolgers scheiterte, weil der einzige Kandidat sich zurückzog. Was hat sie bewogen, sich trotzdem im Kirchenkreis Göttingen als Superintendent zu bewerben?

Selter: Ein Bekannter hat mich schon gefragt, ob ich mir das antun will bei dieser Vorgeschichte. Aber der Kirchenkreis ist für mich absolut interessant und verfügt über eine spannende Ausstrahlung: eine vielfältige Stadt und ein großer, dörflich strukturierter Landkreis. In dieser Vielfalt Kirche zu gestalten, das finde ich klasse.

 

Welche Schwerpunkte wollen Sie setzen?

Ich möchte versuchen, die Vielfalt und Individualität in Göttingen zu stärken, und zugleich ein starkes Wir-Gefühl zu fördern, dass auch nach außen strahlen soll. Es gibt viele unwahrscheinlich engagierte Initiativen im Kirchenkreis. Es wäre schön, dafür ein gemeinsames äußeres Erscheinungsbild zu schaffen. Ich hoffe, dass ich als Leitungsperson, die für den Kirchenkreis nach außen steht, dazu beitragen kann.

 

Was sind für Sie die Leuchttürme im Kirchenkreis?

Ein Leuchtturm ist sicher die Kirchenmusik, die an den beiden Göttinger Innenstadtkirchen St. Jacobi und St. Johannis in bewundernswerter Weise vorhanden ist – etwas Vergleichbares haben wir hier in Wuppertal nicht. Aber auch für die Popularmusik gibt es gute Ansätze im Kirchenkreis Göttingen. Mir ist diese musikalische Breite wichtig – ich selbst leite seit Jahren eine Jugendband, in der ich E-Bass spiele. Ein weiterer Leuchtturm ist sicher die Diakonie, die in Göttingen hervorragend aufgestellt ist.

 

Sie haben Ihr Vikariat in der reformierten Gemeinde Göttingen absolviert und wirken in Wuppertal-Elberfeld, wo die freikirchliche Bewegung eine starke Wurzel hat. Wird der lutherische Kirchenkreis nun liberaler?

Ich habe ihn in meinen Begegnungen als sehr liberal wahrgenommen, und diese Tendenz will ich stärken. Ich möchte den Kirchenkreis nicht konfessionell umkrempeln. Ich habe als Theologe eine reformierte Prägung, aber ich genieße seit 13 Jahren als Pfarrer das Vertrauen eines lutherischen Pfarrbezirkes und erlebe dies als Bereicherung für beide Seiten.

 

Es gab durchaus auch aus dem Kirchenkreis Göttingen heraus Interessen an der Superintendenten-Stelle. Glauben Sie, das könnte Ihre Arbeit belasten?

Ich gehe davon aus, dass ich bei allen Vorschusslorbeeren um Vertrauen werben muss. Das möchte ich auch intensiv tun. Ich bin als Außenstehender bislang sehr unbelastet von den Befindlichkeiten im Kirchenkreis. Ich hoffe, dass keine Unstimmigkeiten zurückbleiben und ich das Vertrauen erwerben kann.

 

Was sind Ihre Hobbys?

Besonders die Jazzmusik ist meine Leidenschaft. Ich spiele E-Bass und fahre gerne Rad. Ich freue mich schon darauf, in Göttingen im Alltag wieder mehr auf zwei Rädern unterwegs zu sein – das ist hier in Wuppertal doch etwas mühsam.

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