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Iggy und Mutti

Kolumne Iggy und Mutti

In Zeiten, in denen Terror, Gewalt und Champions-League-Niederlagen die Nachrichten beherrschen, bleibt am Ende der Woche zur Aufheiterung eigentlich nur noch Iggy Pop. Jim Osterberg alias der Godfather of Punk, der sein biologisches Ende bereits seit Jahrzehnten erfolgreich ignoriert, wird 70 Jahre alt, sein Hit wird 40.

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Quelle: dpa

Aber auch wenn ich eindeutig zu der Generation gehöre, die in der historischen Nachbetrachtung vermutlich als die Schallplattenbesitzer in die Menschheitsgeschichte eingehen werden, muss ich zugeben, von Iggy Pop hatte ich nix. Und auch wenn der Kerl nochmal 70 Jahre über die Bühnen dieser Welt rumpelstilzt, wird sich daran voraussichtlich nichts ändern.

Eigentlich kam er nur zweimal in meinem Leben irgendwie vor. Erstens klebte er als überlebensgroßes Graffito zwischen Hendrix und Zappa in einem dieser ranzigen Göttinger Tanzschuppen, wo coole Jungs abhingen, die niemals getanzt hätten. Und zweitens war sein "Passanger" meine persönliche Heimsuchung, als ich versuchte, den Gitarristen in einer Nachwuchsband zu mimen.

Ich sollte solange die wenigen Akkorde in mein Instrument hämmern, bis unser Sänger, der eigentlich unser Bassist war, endlich die endlos monotone Melodieschleife fertig gesungen hatte. Im Hintergrund brummte das Stromaggregat und mahnte uns, dass aller Lärm endlich ist. Nach zwei Stunden war in der Regel das Benzin alle und die Verstärker gingen aus. Mit dem Passenger waren wir dann oft gefühlt noch nicht fertig.

Jetzt, da ich bemerke, dass mich diese in Fingern und Ohren schmerzhaften Erinnerungen nur geringfügig fröhlicher stimmen als die jüngste Bayern-Schmach gegen Real Madrid, wende ich mich noch ein einmal kurz meiner Zielgruppe zu. Gruppe ist übertrieben. Denn eigentlich weiß ich nur von einer Person sicher, dass sie alle meine Texte liest. Außerdem schneidet sie sie  aus, sammelt sie, um sie mir (meist zu Weihnachten) geklebt und gebunden zu übergeben.

Und da diese treue Leserin die nächsten Wochen ihren Urlaub auf Deutschlands nördlichster Insel verbringt, suche ich auf diesem Weg eine Vertretung für den Job. Wenn Sie gerne lesen, schneiden und kleben, bewerben Sie sich einfach unter m.scharf@goettinger-tageblatt.de
Ein schönes Wochenende
Wünscht Ihr Markus Scharf

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