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In blinder Online-Liebe 230 000 Euro verloren

Lügengeschichten In blinder Online-Liebe 230 000 Euro verloren

Der Herr General sah attraktiv aus, von bester Reputation und einwandfreien Manieren. Wenn er nur nicht so viel Pech gehabt hätte. Pech, dem nur mit viel Geld beizukommen war. Dieses Geld kam großzügig helfend aus Göttingen, von einer gut situierten 59-Jährigen – insgesamt mehr als 230 000 Euro.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Inzwischen steht fest: Den Herrn General gibt es gar nicht, sein Bild stammt von fremden Internetseiten und die ganze Geschichte, die die alleinstehende Frau glaubte, war erlogen. Sie ist auf Online-Betrüger hereingefallen, auf einen interkontinentalen Ring von Gaunern, die sich auf  „Love Scam“ spezialisiert haben – auf Liebes-Betrug. Eine neue Form von „Nigeria-Connection“, schreiben dazu die Fahnder der Kripo, die den Fall ermitteln.

Und zwar erfolgreich ermitteln: In den letzten Wochen wurden ein 38 und ein 42 Jahre alter Nigerianer festgenommen, die hinter dem Online-Betrug steckten und deren Aktivitäten aus Ghana gesteuert wurden. Der Jüngere war bereits am 9. November in Frankfurt ins Netz gegangen, der Ältere wurde am Montag in Düren festgenommen, als er weitere 7500 Euro entgegen nehmen wollte.

Nebenbei vereitelten die Cybercrime-Spezialisten aus Göttingen einen weiteren geplanten Betrugsversuch, dessen Opfer im Raum Kassel lebt. Beide Tatverdächtigen befinden sich inzwischen in Untersuchungshaft. Ihr hochwertiges Auto im Wert von rund 50 000 Euro wurde als Tatmittel beschlagnahmt.

Während die Nigeria-Connection früher mit der Geldgier der auserkorenen Opfer rechnete und jene betrog, die auf dubiose Geldwasch-Angebote eingingen, um selbst daran zu verdienen, setzen heutige Cyber-Kriminelle auf  die Liebessehnsucht der Einsamen daheim vor dem Rechner. Auf Singlebörsen in Deutschland, Spanien und den USA suchen sie leichtgläubige Schwerbetuchte.

Sie antworten unter gefälschten Identitäten – hier als amerikanischer General – und pflegen via Internet Beziehungen, die bis hin zu Online-Verlobungen reichen können. Ihre Experten sind dabei auf Social-Engineering, das Beeinflussen von Verhaltensweisen des Menschen, spezialisiert. Am Ende schlagen sie zu wie einst der Offline-Heiratsschwindler mit der Rose im Knopfloch.

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