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Info-Veranstaltung zum Biozentrum in Göttingen

Betreiber wollen Grenzwerte einhalten Info-Veranstaltung zum Biozentrum in Göttingen

Die innovative Holzvergaseranlage, die im neuen Biowärmezentrum in Göttingen entstehen soll, werde alle gesetzlichen Abgasgrenzwerte einhalten. Das hat Peter Breitfelder von der luxemburgischen Boson Energy SA bei einer Informationsveranstaltung am Mittwoch im Neuen Rathaus versichert.

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Dr. Gerd Rappenecker, Vorstand der Stadtwerke Göttingen

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Das Heizwerk, das die Stadtwerke Göttingen Anfang 2019 am Maschmühlenweg Ecke Hildebrandstraße in Betrieb nehmen wollen, macht einigen Bürgern Angst. Ihre Bedenken richten sich insbesondere gegen die 15 Millionen Euro teure Holzvergaseranlage, die es in diesem Bautyp bisher nur – viermal kleiner – in Schweden gibt. Das Verfahren ist von der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm entwickelt worden.

Peter Breitfelder, Boson Energy SA

Peter Breitfelder, Boson Energy SA

Quelle: Christina Hinzmann

Vor giftigen Dioxinen, Furanen und Feinstäuben warnte Rolf Bertram, emeritierter Physikprofessor an der Technischen Universität Braunschweig. Dioxine und Furane könnten bei geringen Betriebstemperaturen entstehen, wie sie etwa beim Herunterfahren der Anlage bei Störfällen herrschten. Während sich dieses Problem durch ein Nachrüsten mit Filtern lösen lasse, würden die „hochgefährlichen Ultrafeinstäube“ alle bekannten Filter „wie offene Scheunentore“ passieren.

Die Anlage müsse ein Zulassungsverfahren gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz durchlaufen, hielt Boson-Energy-Mitarbeiter Breitfelder dagegen. Sein 2008 gegründetes Unternehmen, das 30 Mitarbeiter beschäftige, bleibe auch bei Stickoxiden und Kohlenmonoxid „deutlich unter den vorgeschriebenen Grenzwerten“. Das werde während des laufenden Betriebs „permanent“ durch die Gewerbeaufsicht überwacht. Die Einhaltung der Grenzwerte garantiere der Betreiber des Heizkessels, in dem das gewonnene Gas in den ersten zwei Jahren verbrannt werde. Erst nach erfolgreichem Abschluss einer zweijährigen Testphase treibe das Gas ein Blockheizkraftwerk an.

Es gebe kein Schadstoffrisiko, betonte auch Professor Achim Löwen, der an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen Ressourcenmanagement lehrt. Davon habe er sich bei einem Besuch in Schweden, wo er sich die bestehende Anlage habe ansehen können, überzeugt. Löwen will als unabhängiger Forscher die Testphase wissenschaftlich begleiten. Ihn interessiere, wie nachhaltig und effizient das neue Verfahren im Vergleich mit anderen Formen der energetischen Verwertung von Biomasse sei, erklärte er.

„Das neue Biowärmezentrum wird zwei Blockheizkraftwerke aus dem Jahr 1998 ersetzen, die mit Biomethan und Erdgas betrieben werden“, erläuterte der technische Vorstand der Stadtwerke, Gerd Rappenecker. Für fünf Millionen Euro würden sie ein mit Holzhackschnitzeln betriebenes Heizwerk errichten. Zusammen mit der Holzvergaseranlage werde es die Fernwärme für 200 Gebäude in der Innenstadt produzieren. Mit den Holzhackschnitzeln lasse sich der Anteil der erneuerbar produzierten Energi von derzeit 32 Prozent auf 55, zusammen mit dem Holzgas sogar auf 65 Prozent, steigern. Das erleichtere die Gewinnung neuer Kunden. Sie könnten durch den Anschluss ans Fernwärmenetz energetische Auflagen für Neubauten erfüllen.

„Durch die Mietzahlungen von Boson Energy können wir zudem den Preis für die Fernwärme konstant halten“, führte Rappenecker aus. Außerhalb der Stadt lasse sich das Heizwerk nicht bauen, da die längeren Fernwärmeleitungen das Projekt unwirtschaftlich machten. Der Vorstand betonte, dass sich der Bedarf an 8000 Tonnen Frischholz für die Holzvergasung und 8000 Tonnen unbehandeltes Altholz für die Holzhackschnitzel „problemlos“ in der Region decken lasse.

Von Michael Caspar

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