Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Akademiker gesucht – für Mindestlohn

Internationale Händel-Festspiel Akademiker gesucht – für Mindestlohn

Sebastian Wertmüller, Geschäftsführer des Verdi-Bezirks Süd-Ost-Niedersachsen, kritisiert eine Stellenausschreibung der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen. Deren Geschäftsführer Tobias Wolff (Foto) sucht einen hochkarätigen Mitarbeiter im Künstlerischen Betriebsbüro. Bezahlung: Mindestlohn.

Voriger Artikel
Sturzursache bleibt weiter unklar, Urteil vertagt
Nächster Artikel
Mahnwache mit Luther-Quiz

Tobias Wolff, Geschäftsführer der Internationalen Händel-Festspiele Göttingen.

Quelle: Christina Hinzmann

Göttingen. Die Voraussetzungen, die ein Bewerber mitbringen sollte, sind umfangreich. Gesucht wird ein Hochschulabsolvent mit Spezialkenntnissen, der „strukturiert an komplexe Aufgaben herangeht“, zuverlässig, sorgfältig ist und selbstständig arbeitet. Die Kandidaten sollten „über gute Englisch- und PC-Kenntnisse, über einen Führerschein und Fahrpraxis“ verfügen und ergebnisorientiert arbeiten, auch unter Stress. Im Angebot ist eine Vollzeitstelle für das erste Halbjahr 2018. Wertmüller: „Und das Sahnehäubchen: Die zahlen auch noch für Ihre Arbeit! Und es sei kaum zu glauben, aber in der Stellenausschreibung stehe tatsächlich: „Vergütung: auf Mindestlohnbasis“. Wertmüller Einschätzung: „Diese Stellenausschreibung ist an Dreistigkeit kaum zu überbieten.“

Der Verdi-Geschäftsführer erinnert an namhafte Sponsoren der Festspiele wie das Land Niedersachsen, der NDR, die Sparkasse und ihre Stiftung, die VGH-Versicherungen, die Klosterkammer und die Firma Thimm und spekuliert darüber, ob sie von diesen Arbeitsbedingungen Kenntnis hätten. Wertmüller kündigt an: „Wir werden mal nachfragen.“

Tobias Wolff, Geschäftsführer der Händel-Festspiele, bestätigt die Ausschreibung, erklärt aber: „Das war früher ein Halbjahrespraktikum.“ Im Zuge der Mindestlohn-Entscheidung sei die Stelle auf Mindestlohn umgestellt worden. Sie diene der Berufsorientierung der Berufsorientierung“, sagt Wolff, der Berufseinstieg und das Sammeln praktischer Erfahrungen solle darüber ermöglicht werden. Und Wolff ergänzt: „Ich kann die Haltung von Verdi verstehen, wenn man die Ausschreibung einfach so liest.“ Er halte die Reaktion Verdis „für völlig richtig und nachvollziehbar“. Mit dfem Aufsichtsrat sei er im Gespräch über Stellenplan und Kostenstrukturen. Mit Verdi will er auch ins Gespräch kommen, obwohl „sie gar nicht für uns zuständig sind“, sagt Wolff. Diese Stellen der Festspiele seien nicht tarifgebunden.

Von Peter Krüger-Lenz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt