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Ist Ex-Gewerkschaftssekretär ein Betrüger?

DGB-Chef Siegfried Krüger Ist Ex-Gewerkschaftssekretär ein Betrüger?

Er ist unter Südniedersachsens Arbeitnehmern bekannt wie ein bunter Hund, war Gewerkschaftssekretär, 22 Jahre lang Vorsitzender des Deutschen Gewerkschafts-Bundes (DGB) in Göttingen, danach neun Jahre Landesvorsitzender. Er ist immer noch Bundesvorsitzender des Verbandes der Gewerkschaftsbeschäftigten. Und er war, was bei Gewerkschaftern die Basis aller Betriebsarbeit ist, Vertrauensmann.

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Krach beim DGB: Mindestens 15 gestandene Gewerkschafter fühlen sich von Ex-Chef betrogen.

Quelle: EF

Göttingen. Dieses Vertrauen, so sieht es aus, hat er zutiefst enttäuscht. Sogar bei seinem ehemaligen Arbeitgeber, dem DGB in Hannover, hat er Hausverbot. Statt als Gewerkschaftsrentner seine Alterseinkünfte zu genießen, werden ihm die demnächst gepfändet. Der erste seiner Gläubiger hat ihn bereits zur Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung gezwungen – früher hieß das Offenbarungseid.

S. Krüger

S. Krüger

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Siegfried Krüger, der im Landkreis Göttingen lebt, soll mindestens 15, wahrscheinlich aber mehr als 20 seiner alten Weggefährten angepumpt und über seine Rückzahlungsabsichten getäuscht haben. Jeder einzelne, meist hoch betagte Gewerkschafter, soll geglaubt haben, dem alten Weggefährten vorübergehend aus einer Patsche zu helfen. Der eine Kollege lieh ihm 6500 Euro, eine inzwischen 92-jährige Gewerkschafts-Rentnerin wartet auf 6000 Euro.

Betroffene schätzen seine Schulden bei Kollegen auf mehr als 100 000 Euro. Er selbst sagt zu dieser Summe „Unsinn“. So viel sei es nicht, und „selbstverständlich zahle ich zurück, ich bin doch kein Betrüger“. Er müsse nur ein Haus in Familienbesitz beleihen, dann bekäme jeder sein Geld zurück. Dass man auf ihn, eine öffentlich bekannte Person, da besonders schaue, könne er verstehen. Da sei er in der Pflicht.

Krüger soll die Rentnertreffen der Gewerkschaft genutzt haben, um Kollegen anzupumpen. Als Bundesvorsitzender des Verbandes der Gewerkschaftsbeschäftigten (VGB), einer Art Gewerkschaft der Gewerkschaftsmitarbeiter, die der DGB allerdings nicht als Tarifpartner anerkennt, genoss er gerade bei den Senioren höchstes Vertrauen.

Auf einer dieser Jahrestreffen erfuhren heute aktive Gewerkschaftsfunktionäre in Hannover davon, dass Krüger mehr als einen Kollegen um einen Kleinkredit gebeten hatte. Man habe, so Vorsitzender Hartmut Tölle vom DGB-Bezirk Niedersachsen/Bremen/Sachsen-Anhalt, dann Betroffene aufgefordert, sich untereinander über die Schulden Krügers zu informieren. Heraus kam eine Sammlung „fadenscheiniger Rückzahlungsankündigungen“. Einer der Betroffenen: „Jeder dachte, er sei der einzige. Eine Dreistigkeit, da fehlen mir die Worte.“

Krüger, vom DGB-Bezirksvorstand angesprochen, soll zunächst alles abgestritten haben. Später räumte er schriftlich ein, „dass ich mir aus einer besonderen kurzfristigen persönlichen Finanzsituation von einigen Personen einen privaten Kleinkredit für kurze Zeit habe einräumen lassen“. Weil „wir solche Dinge aber nicht dulden können“, so Tölle, sei Krüger am 13. September ein Hausverbot erteilt worden – das einem amtierenden Bundesvorsitzenden einer Gewerkschaft der Gewerkschaftsbeschäftigten.

Von kurzfristig und Rückzahlung ist heute keine Rede mehr. Ein Gefährte aus alten DGB-Zeiten hat für den 6. Dezember per einstweiliger Anordnung beim Amtsgericht Göttingen die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung (Aktenzeichen 1 DR  II 1000 / 12) erzwungen. Zwangsvollstreckungsmaßnahmen sind eingeleitet. Da jetzt Krügers Vermögensverhältnisse amtlich seien, so der Anwalt des Gläubigers aus Hannover, werde er in der ersten Januarwoche Strafanzeige wegen Betruges erstatten.

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Krüger erstattet Anzeige

Die Vorwürfe gegen den früheren DGB-Chef und langjährigen Landesvorsitzenden Siegfried Krüger haben eine noch größere Dimension als bekannt. Zugleich kristallisiert sich heraus, dass Krüger wohl selbst auf einen Betrug hereingefallen und deshalb in Geldnot geraten ist.

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