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JVA Rosdorf: Bau für Schwerstkriminelle steht

Sicherungsverwahrung JVA Rosdorf: Bau für Schwerstkriminelle steht

Knapp ein Jahr haben die Arbeiten gedauert, 12,5 Millionen Euro wurden investiert – jetzt ist das Gebäude für die Unterbringung von bis zu 45 Sicherungsverwahrten auf dem Gelände der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rosdorf fertig. Lediglich einige Restarbeiten seien noch zu erledigen, sagt Anstaltsleiterin Regina-Christine Weichert-Pleuger.

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Bezugsfertig zum 1. Juni: Das neue Gebäude (im Vordergrund) für Sicherungsverwahrte auf dem Gelände der JVA Rosdorf ist fertig.

Quelle: Hinzmann

Rosdorf. Zudem seien Mitarbeiter derzeit noch dabei, das Gebäude einzurichten. Bis zum 1. Juni sei aber alles erledigt. An diesem Tag wird das niedersächsische Sicherungsverwahrungsvollzugsgesetz in Kraft gesetzt.

Dann werden in der JVA Rosdorf zentral alle Sicherungsverwahrten – also Straftäter, die auch noch nach Ende ihrer Haftstrafe als gefährlich gelten – des Landes Niedersachsen untergebracht.

Zurzeit sind das etwa 40. Allerdings werden vorerst nur die Sicherungsverwahrten aus der JVA Celle nach Rosdorf verlegt. „Gegenwärtig handelt es sich um 23 Personen“, sagt Weichert-Pleuger.

Die Schwerstkriminellen, darunter Mörder, Vergewaltiger und Verbrecher mit Hang zu schwerwiegenden Taten, werden in dem neuen, dreigeschossigen Gebäude in Wohngruppen untergebracht.

Jeder von ihnen erhält ein eigenes Apartment von 23 Quadratmetern Größe, das über zwei Räume und ein Bad mit Dusche verfügt.

Neues Personal eingestellt

Hinzu kommen Gruppenräume, Küchen, Fitnessbereich und Büros. Zur neuen Anstalt gehört auch ein etwa 1000 Quadratmeter großer Außenbereich. Den Sicherungsverwahrten ist es in der Regel erlaubt, sich in dem Gebäude von 6 bis 22 Uhr frei zu bewegen.

„Die Arbeiten sind gut verlaufen“, erklärt Weichert-Pleuger. Der Organisationsaufwand sei immens gewesen, unter anderem musste für die Dauer der Bauarbeiten auch die Sicherheitsstation mit zehn Haftplätzen geschlossen werden.

Sie hätte allerdings auf die Erfahrung der Mitarbeiter setzen können, die schon den Bau und die Eröffnung der JVA Rosdorf im Jahr 2007 mitgetragen hätten. Für die zusätzlichen Aufgaben habe man zudem neues Personal eingestellt.

Die Stimmung der Häftlinge beeinträchtigten die Neuerungen bisher nicht, sagt Weichert-Pleuger. „Die Gefangenen begleiten den Neubau in Einzelfällen interessiert, überwiegend jedoch neutral.“ Dem gegenüber sei das Interesse der Öffentlichkeit hoch.

Die Anfragen verschiedener Institutionen, das Gebäude zu besichtigen, häuften sich. „Aus baurechtlichen Gründen ist es aber nicht möglich, diese Anfragen vor der Eröffnung zu befriedigen.“

2007 kamen 25 000 Besucher

Eine Ausnahme werde nur für die Bürger der Gemeinde Rosdorf gemacht, betont Weichert-Pleuger. Sie habe schließlich bei einer Bürgerversammlung versprochen, für diese einen „Tag der offenen Tür“ anzubieten.

„Leider ist es uns aus organisatorischen Gründen aber nicht möglich, diese Veranstaltung für die gesamte Region zu öffnen.“ Zur Eröffnung der JVA Rosdorf im Jahr 2007 hatte man das noch getan. Damals kamen rund 25 000 Besucher.

Das neue Gebäude auf dem Gelände der JVA Rosdorf wird gebaut, weil laut Bundesverfassungsgericht Sicherungsverwahrten, die nach Ende ihrer Haftstrafe weiterhin für gefährlich gehalten werden, eine bessere Unterbringung gewährt werden muss.

Diese muss sich deutlich von der Strafhaft unterscheiden. So müssen die Wohnräume größer sein als normale Gefängniszellen. Diese sind in der JVA Rosdorf knapp zehn Quadratmeter groß.

Der „Tag der offenen Tür“ findet am Mittwoch, 29. Mai, von 16 bis 19 Uhr statt und richtet sich nur an in der Gemeinde Rosdorf gemeldete Bürger, die mindestens 18 Jahre alt sind.

Anmeldung bis zum 27. Mai per E-Mail an Manfred.Fiedler@justiz.niedersachsen.de mit folgenden Angaben: Name, Vorname, Geburtsdatum, Wohnort, Straße. Ein Personalausweis ist mitzubringen. Es dürfen weder Handys noch Fotoapparate mitgebracht werden.

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Ein Mörder beim Einkaufen im Kaufpark Göttingen. Wie das? Was öffentlich bisher weitgehend unbeachtet blieb: Die bis zu 45 Sicherungsverwahrten aus ganz Niedersachsen, die vom 1. Juni an die eigens für sie gebaute Anstalt in den Mauern der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rosdorf beziehen, haben ein Recht auf monatliche Ausführung.

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