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Jacobi-Kirchturm: Die Kartierung eines Bauwerkes

Restaurierung Jacobi-Kirchturm: Die Kartierung eines Bauwerkes

Fünf Jahre lang soll die Sanierung des Göttinger Jacobikirchturms dauern. Allein schon die genaue Aufnahme des Schadensbildes ist eine Mammutaufgabe. Sie wird derzeit in akribischer Kleinarbeit vom Institut für Konservierung und Restaurierung aus Fulda vorgenommen.

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Auf dem Gerüst an St. Jacobi: Gerd Belk und Suleika Behan nehmen die Schäden am Kirchturm auf.

Quelle: Hinzmann

Eine beeindruckende Menge an Grafiken und Zeichnungen haben Restaurator Gerd Belk und seine Mitarbeiterin Suleika Behan nach zahlreichen Gängen über das Gerüst der Kirche zusammengestellt. Behan nimmt Schäden direkt in das vor den Bauch geschnallte Laptop auf.

Wo gibt es Brüche im Stein? Wo sind schädliche Verunreinigungen durch Taubenkot, wo Witterungsschäden oder schwarze Patina? Fensterfeld für Fensterfeld nehmen die Restauratoren die Schäden im zweiten Bauabschnitt in 46 bis 56 Meter Höhe auf.

Doch nicht nur die Schäden werden registriert, auch der Zustand des Turmes wird erfasst, beispielsweise die Steinzusammensetzung. So dokumentieren die Restauratoren, wo Buntsandstein aus der Entstehungszeit im 15. Jahrhundert steckt und welche anderen Steinarten wo zu späteren Zeiten eingesetzt wurden. Die Dokumentation zeigt: Erstaunlich viel bauzeitliche Substanz steckt noch in dem Turm, nämlich mindestens 60 Prozent. Drei Meter sind die Mauern laut Belk dick, ein Quader wiege etwa 250 bis 300 Kilogramm.

Auch die Aufarbeitung der Vorgeschichte der Restaurierungen gehört zur Aufgabe der Restauratoren. Steinmetzzeichen werden dokumentiert, historische Fotos und alte Pläne ausgewertet. Der Jacobikirchturm ist nicht Belks erstes großes Projekt. Er ist seit 30 Jahren im Geschäft und war unter anderem schon am Dresdener Zwinger unterwegs. Am Ende erstellen die Restauratoren aus ihren Befunden ein Maßnahmenkonzept. Die Entscheidung über die Umsetzung treffen dann die Beteiligten auf kirchlicher Seite.

Von Jörn Barke

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Jacobi-Kirchturm

Jede Menge Holz haben Tischler der Firma Scheede aus Mengershausen in den vergangenen Wochen bewegt. 16 Kubikmeter Eichenholz waren notwendig, um auf dem Kirchturm von St. Jacobi die acht Schallluken im oberen Bereich zu erneuern. Durch die Schallluken kann das Geläut der Glocken nach draußen in die Stadt dringen.

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