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Jede Bausünde am Schreibtisch aufrufbar

Google Earth View und Google Street View Jede Bausünde am Schreibtisch aufrufbar

Google Street View macht vielen Hausbesitzern Sorge – vor allem darüber, dass die Straßenbilderschau Einbrechern das Auskundschaften von lohnenden Zielen erleichtern könnte. Viel wahrscheinlicher ist allerdings, dass Bauämter den kostenlosen Dienst zur Gebäudeüberwachung nutzen werden.

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Praktisch auch für Bauamt-Außendienstler: Die Erstinformation gibt es von Google Earth View.

Quelle: Google Earth View

Eine Satellitenschüssel an der denkmalgeschützten Fassade? Die Terrasse zum Wintergarten ausgebaut? Oder ein Dachfenster, wo kein Dachausbau genehmigt wurde? Googles Straßenbilderdienst wird Einblicke ermöglichen, die den Außendienstlern der Behörden derzeit noch verwehrt bleiben. Mit einer Kamerahöhe von etwa drei Metern konnten die Autofahrer über Zäune, Hecken und manche Garagen hinwegfotografieren.

Schon jetzt setzten das städtische Bauamt Göttingen auch die Satellitenfotos von Google Earth „dann und wann zur groben Orientierung in der Umgebung eines beantragten Bauvorhabens“ ein. Allerdings: Der Fachdienst Bauordnung nutze das Internet „als Hilfsmittel zur Information, nicht zur Kontrolle“, versichert Stadt-Sprecher Detlef Johannson.

Der Grund: Bei den Bildern im Netz könne man „nie sicher sein, auch aktuelle Aufnahmen präsentiert zu bekommen. Für bauaufsichtliche Kontrollen gab und gibt es weiterhin also nur den Ortstermin.“ Im übrigen, so Johannson weiter, sei diese Form der Information bei der Stadt schon länger üblich: „Die Bauverwaltung nutzt ganz selbstverständlich die Luftaufnahmen, die bei den von der Stadt beauftragten Befliegungen, zuletzt 2009, entstanden sind.“ Das könne auch jeder Bürger tun: „Die (auch historischen) Bilder sind unter www.stadtplan.goettingen.de seit langem im Netz.“

Zumindest als Vorinformation können die Google-Bilder dennoch nützlich sein, um Bausündern auf die Spur zu kommen. So können die Verwaltungsmitarbeiter vom Schreibtisch aus vergleichen, ob auf den Fotos Gebäude zu sehen sind, wo laut Bauplan keine sein sollten. Auch die Größe der Bauten lässt sich recht genau abschätzen: In Ballungsgebieten beträgt die Auflösung der Google-Luftbilder 15 Zentimeter.

Wenn Google Street View freigeschaltet wird, vermutet Eva Reinhold-Postina, Pressesprecherin der Arbeitsgemeinschaft Baurecht im deutschen Anwaltsverein, „werden sich noch viele Probleme ergebe. Bisher mussten die Behörden entweder selbst nachsehen, oder warten, dass einer der Nachbarn etwas anzeigt. Mit Google Street View werden sehr viel weiter gehende Kontrollen „bequem vom Schreibtisch aus möglich sein“.

Von Matthias Heinzel und Ralf C. Kohlrausch

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Auch dieser Bericht über Google Street View wird wahrscheinlich niemanden dazu bringen, seine Meinung auch nur ansatzweise zu modifizieren: Wie bei kaum einem anderen Thema stehen sich Befürworter und Gegner so unversöhnlich gegenüber.

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