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Jede Woche zehn Kilo Marihuana

Landgericht Jede Woche zehn Kilo Marihuana

Eine Bande mutmaßlicher Drogen-Großhändler steht seit dem gestrigen Dienstag vor dem Göttinger Landgericht. Den fünf Männern, zwei aus Göttingen, zwei aus Northeim und einer aus Ostwestfalen, wird vorgeworfen, Ende 2010 eine Gesamtmenge von etwa zehn Kilogramm Marihuana im Wert von etwa 40 000 Euro umgesetzt zu haben.

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Symbolbild.

Quelle: dpa

Göttingen/Northeim. Offenbar herrschte bei den 26 bis 40 Jahre alten Angehörigen mehrerer auch ortsansässiger Großfamilien aus dem Kosovo, der Türkei und Montenegro erheblicher Finanzbedarf: Mit den bescheidenen Einkünften aus Berufstätigkeit (Maler, Halbtagsstelle als Pizzabäcker, Sicherheitsdienst) oder staatlichen Leistungen (Hartz IV) allein ist der teure und moderne Fuhrpark, in dem die Großfamilien zur Verhandlung anrückten (unter anderem schwere BMW-Limousinen, Mercedes S-Klasse, Geländewagen der Oberklasse), kaum in Einklang zu bringen. Mindestens einer der Wagen soll auch bei Drogenfahrten eingesetzt worden sein. Laut Anklage sollen sich die Männer verabredet haben, in unterschiedlichen Tatbeteiligungen alle zwei Wochen zehn bis 15 Kilo Marihuana zu verhökern. Pech für die Beteiligten: Bevor das Geschäft so richtig in Gang kam, griff die Polizei zu.

Ermittler hatten von den geplanten Deals Wind bekommen und Telefongespräche abgehört. Bis dahin hatte die Bande in sechs Einzeltaten zehn Kilo Marihuana weiterverkauft, in einem Fall blieb es beim Versuch. Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht schwiegen alle Angeklagten eisern zu den Vorwürfen. Nur einer erklärte, die Vorwürfe seien unzutreffend. Der vorsitzende Richter August-Wilhelm Marahrens erklärte denn auch, er rechne mit einem langwierigen Verfahren.

Das große Schweigen hatte ein Ende, als es an die Vernehmung des ersten Zeugen ging: Ein 27-jähriger Sportwettenbürobetreiber aus Ostwestfalen, im Zusammenhang mit den Drogendeals bereits wegen Beihilfe verurteilt, berichtete, wie er Kontakte geknüpft habe, um im Großhandelsgeschäft Käufer und Verkäufer in Göttingen zusammenzubringen. Geplant sei gewesen, wöchentlich zehn bis 15 Kilo Marihuana umzusetzen. Zu einem Abschluss sei es aber nicht gekommen, weil sich die Beteiligten über Qualität und  Preis nicht hätten einigen können.

Nicht von der Anklage erfasst sind Geschäfte mit größeren Mengen Amphetamin, die während der gestrigen Verhandlung nur kurz zur Sprache kamen. Fortgesetzt wird die Verhandlung im Landgericht am morgigen Donnerstag, 25. Oktober, um 9 Uhr.

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