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Jeder zweite Laden fällt durch

Jugendschutz Jeder zweite Laden fällt durch

In den Landkreisen Northeim und Göttingen sind jugendliche Testkäufer unterwegs gewesen, um zu prüfen, ob Geschäfte Alkohol an Minderjährige verkaufen. Das erschreckende Ergebnis: Zwischen 30 und 45 Prozent der kontrollierten Läden und Kioske reichten Hochprozentiges ohne Ausweiskontrollen über die Theke.

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Hier gibt es keinen Alkohol für Jugendliche: Ein Kioskbetreiber in Northeim kontrolliert den Testkäufer-Ausweis.

Quelle: EF

Im Auftrag des Landkreises Northeim und der Polizeiinspektion Northeim/Osterode waren zwei 16-Jährige und eine 17-jährige Schülerin in Getränkehandlungen und Kiosken in Northeim, Nörten-Hardenberg und Moringen unterwegs. In elf Betrieben versuchten die Jugendlichen, branntweinhaltige Getränke zu erwerben – und waren in fünf davon erfolgreich. „Mit 45 Prozent lag der Anteil der Gewerbetreibenden, die sich nicht an das Jugendschutzgesetz halten, leider deutlich höher als bei der letzten Aktion. Da kommt noch einiges an Arbeit auf uns zu“, sagt Northeims Landrat Michael Wickmann. Bei früheren Testkäufen hätten 27 Prozent die Gesetzgebung zum Schutz junger Menschen ignoriert.

Allerdings habe es auch ein besonders weißes unter schwarzen Schafen gegeben: Ein Kioskbetreiber verweigerte den Jugendlichen nach Ausweissichtung nicht nur den Spirituosenkauf, sondern habe „vorbildlich“ Hinweise zum Jugendschutz aufgehängt und Berichte über die jüngsten Testkäufe parat gehabt, so der Landkreis Northeim. Den Behördenvertretern berichtete der Inhaber, wegen seiner Standhaftigkeit werde er oft von Jugendlichen beschimpft.

Aktuelle Testkäufe hatauch der Landkreis Göttingen in Kooperation mit der Polizeiinspektion Göttingen Ende November in Hann. Münden organisiert. „Wir verbinden unsere Testkäufe immer mit einwöchigen Präventionstagen an Schulen“, berichtet Hans-Joachim Rhode, Leiter des Kreisjugendamtes. Die Einkäufer seien zwischen 14 und 16 Jahren als, „wir holen zuvor das Einverständnis der Eltern ein“.

In Münden seien 16 Verkaufsstätten auf die Probe gestellt worden, „sechs oder sieben, rund 40 Prozent, waren auffällig“, sagt Rhode. Erschreckend aus seiner Sicht, „aber bei ähnlichen Aktionen haben sich im Anschluss die Unternehmen gemeldet und um Beratung zum Jugendschutzgesetz bemüht“. Vor Hann. Münden nahmen Schüler nach Präventionswochen mehrfach Geschäfte in Duderstadt, Gieboldehausen und Radolfshausen unter die Lupe (Tageblatt berichtete).

Es gab laut Rhode zunächst „zwei Probeläufe“ mit insgesamt 28 Überprüfungen. Zwölfmal konnten die Schüler ohne Ausweiskontrolle und mit Alkohol den Laden verlassen. „Diese Händler habe wir noch einmal getestet“, schildert Rhode das Verfahren – und erneute Gesetzesbrüche anschließend mit Bußgeldern geahndet.

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