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Jetzt soll Alena auch die Pflegeeltern verlassen

Bereitschaftspflege-Vertrag Jetzt soll Alena auch die Pflegeeltern verlassen

Seit mehr als sieben Monaten lebt Alena jetzt bei Familie G. in Westerode. Die Jugendhilfe Südniedersachsen hat das zwei Jahre alte Kind bei den G.s untergebracht, weil die leiblichen Eltern nicht mehr in der Lage waren, für Alena und ihre ältere Schwester, die bei einer anderen Pflegefamilie untergekommen ist, zu sorgen.

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Bilderbuch-Lektüre zwischen Kuscheltieren und Kinderbett: Alena spielt mit Pflegeschwägerin Franziska.

Quelle: LUK

Andreas und Ricarda G. sind seit 2009 Bereitsschaftspflegeeltern. Diese sollen Kinder zwischen null und etwa sechs Jahren für eine befristete Zeit aufnehmen. In dieser Zeit können die Behörden klären, ob eine Rückkehr in die eigene Familie möglich ist oder ein „neuer Lebensmittelpunkt“ gesucht werden muss. Darum kümmert sich der Verein Jugendhilfe Südniedersachsen (JSN), der sich im Auftrag der Jugendämter der Region um verschiedene Fragen der Jugendhilfe kümmert. Darunter auch die der Bereitsschaftsbetreuung.

Nun soll Alena in eine Dauerpflegefamilie kommen. „Dass Alena irgendwann wieder geht, war uns klar“, sagt Andreas G., aber die Art des Übergangs in die neue Dauerpflegefamilie stößt auf Widerstand bei den Bereitschaftsbetreuern. So habe eine Mitarbeiterin der JSN gesagt, dass der Übergang „kurz und schmerzlos“ erfolgen solle. Undenkbar, für Ricarda G., ausgebildete Erzieherin. Vor allem, weil sich Alena inzwischen gut eingewöhnt habe, müsse es einen sanften Übergang geben. Seit dem 15. Juli 2010 ist Alena bei den G.s. Alena war zuvor mit ihrer Schwester über die Kasseler Landstraße irrend von der Polizei aufgegriffen worden. Bis Dezember gab es keine Erkenntnisse, wie es mit Alena weiter geht, berichten die G.s. Bis zum 20. Dezember: Drei Mitarbeiterinnen von der JSN und des Göttinger Jugendamtes informierten die G.s darüber, dass Alena im Januar in eine neue Pflegefamilie kommen soll. Wegen einer Lungenentzündung der Kleinen hat sich der Termin noch einmal verschoben.

Eigentlich, so der Plan der Behörden, sollten innerhalb von drei Tagen drei Termine mit den neuen Eltern stattfinden. An einem Abschiedstag sollte dann am 31. Januar die Übergabe erfolgen. Das wollten die G.s nicht mitmachen und haben sich inzwischen einen Anwalt genommen. Michael Vockenberg will erreichen, dass Alena bei den G.s bleiben kann: „Wir haben einen entsprechenden Antrag gestellt“, so Vockenberg. Das Gericht wird heute entscheiden, ob Alena bei den G.s bleiben kann oder in die neue Pflegefamilie kommt.

16 Bereitsschaftspflegeeltern gibt es derzeit im Bereich der JSN, sagt Geschäftsführer Jürgen Stierand. „Alle Familien sind zurzeit belegt. Es gibt eine große Nachfrage“, so Stierand. Den Vertrag mit Familie G. hat Stierand gleichwohl gekündigt, „aus schwerwiegendem Grund (…), da die Zusammenarbeit sich von Ihrer Seite aus mangelhaft gestaltet.“ Die G.s hätten sich verpflichtet, Alena übergangsweise zu betreuen. Nun wollten die G.s Alena auf Dauer in Pflege nehmen. „Das für die Zusammenarbeit grundlegende Vertrauensverhältnis ist besonders auch damit zerrüttet.“

Grundsätzlich, so Stierand, sollte es kein abruptes Ende einer Betreuung geben, sondern einen angebahnten Übergang. Das Vorgehen seiner Mitarbeiter verteidigt Stierand: Die Übergänge „müssen individuell beurteilt werden“. Da zähle die große Erfahrung der Mitarbeiter.

Von Lukas Breitenbach

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