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Job-Center komplett unter Giftgas gesetzt

Kakerlaken-Bekämpfung Job-Center komplett unter Giftgas gesetzt

Das Göttinger Job-Center ist in der Nacht von Montag auf Dienstag komplett unter Giftgas gehalten worden. Ob der massive Kakerlaken-Befall im historischen Amtshaus am Hiroshimaplatz damit ein Ende hat, müssen jetzt die kommenden Wochen zeigen. Unterdessen haben Göttinger Schädlingsexperten eine rege Diskussion darüber begonnen, welche Methode der Schabenbekämpfung die richtige ist.

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Kunden stehen vor verschlossener Tür: das Job-Center am Dienstagmorgen.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Am Dienstagmorgen begann die Schädlingsbekämpfungsfirma die Fenster zu öffnen, um das Gebäude gründlich zu entlüften. Bevor die Mitarbeiter des Job-Centers wieder ihren Dienst antreten, soll heute die Raumluft im gesamten Gebäude auf Schadstoffe untersucht werden. Stadtsprecher Hartmut Kaiser: „Wir gehen davon aus, dass die Untersuchung keine Belastungen ergibt.“ Die Wirkung der von den Schädlingsbekämpfern eingesetzten Chemikalie solle etwa sechs Stunden anhalten, die Stadt gibt noch zwei Stunden Sicherheitspolster dazu.

Die Prozedur der Schädlingsbekämpfer im Amtshaus stößt in der Branche jedoch nicht überall auf Zustimmung. Das flächendeckende Einnebeln des gesamten Gebäudes sei „überzogen“, sagt Ahlerich Meyer von der Firma AKS. Bevor Chemikalien eingesetzt würden, müsse erst einmal eine gründliche Analyse des Schädlingsbefalls vorgenommen werden.

So kann mit Schabenfallen die Stärke und der Herd des Befalls festgestellt werden, bevor die eigentliche Bekämpfung beginnt, heißt es von anderer Seite. Zudem sei eine Totalbegasung „nicht mehr Stand der Technik“. Die Schabe sei „fürs Überleben gemacht“. Daher biete der Einsatz eines nur kurzzeitig wirkenden Gases nur eingeschränkte Erfolgsaussichten. Gegen die Eier der Kakerlaken-Eier seien solche Maßnahmen weitgehend wirkungslos. Insektizidhersteller empfehlen, Köderdosen auszulegen oder gezielt Gift-Gele an den Schlupfwinkeln ausbringen.

Andererseits dürften auch keine langfristig wirksamen Insektizide eingesetzt werden, weil sich deren Wirkstoffe in Arbeitsmaterialien wie Papierstapeln und auch Gegenständen wie Gardinen und auf Möbeln absetze. „Das kriegen Sie nie wieder raus“, sagt ein Experte. Auch durch mit Wirkstoff versetzten Staub, den Mitarbeiter und Besucher einatmeten, würden diese gefährdet. Sinnvoller sei ein komplettes Ausräumen der gefährdeten und verdächtigen Räume. Kakerlaken könnten sich nicht nur hinter Fußleisten oder in Zwischendecken verstecken, sondern kröchen auch in büroübliche Gegenstände wie beispielsweise Aktenordner.

Der für die zwei Anti-Kakerlaken-Tage eingerichtete Notdienst des Göttinger Job-Centers im ersten Stock des Neuen Rathauses sei bisher reibungslos verlaufen, sagte Job-Center-Mitarbeiterin Christiane Freitag. Am morgigen Donnerstag soll der Betrieb wieder im Amtshaus aufgenommen werden.

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Kakerlaken-Alarm

Weil die Kakerlakenplage im Amtshaus am Hiroshimaplatz bekämpft wird, muss das Jobcenter von heute an für zwei Tage geschlossen bleiben. Für dringende Angelegenheiten, teilt die Göttinger Stadtverwaltung weiter mit, wird im Neuen Rathaus im Raum 118 im ersten Stockwerk ein Notdienst zur Verfügung stehen. Die Mitarbeiter sind am Dienstag, 30. Oktober, in der Zeit von 8.30 bis 15 Uhr und am Mittwoch, 31. Oktober, in der Zeit von 8.30 bis 12 Uhr erreichbar.

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