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Jugendzentrum Innenstadt wird 30

Open-Air Jugendzentrum Innenstadt wird 30

Geliebt und gehasst, vergöttert und verteufelt, angegriffen und verteidigt, ein Fels in der Brandung, ein Dorn im Auge. Das Jugendzentrum Innenstadt, kurz Juzi genannt, polarisiert. Und das seit inzwischen 30 Jahren. Am Sonnabend gab es auf dem Juzi-Parkplatz das große Geburtstags-Open-Air. Mit dabei Bands, die seit Jahren dem Zentrum fest verbunden sind und waren. Darunter die Ska-Punk-Heroen No Respect, die Skatepunks von ZSK oder die Frickler zwischen allen musikalischen Stühlen, Guts Pie Earshot.

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Respekt von No Respect: Göttingens Ska-Punk-Helden spielen zum Geburtstag.

Quelle: Heller

Göttingen. Was sich auf der Bühne als Familientreffen ausnahm, setzte sich im Publikum fort. Langjährige Juzi-Begleiter waren ebenso unter den Gästen wie die inzwischen x-te Generation an Unterstützern und Freunden.

Gefeiert wurde bis spät in die Nacht. Friedlich, wie auch die regelmäßigen Juzi-Gäste, die Göttinger Polizei, bescheinigte.

Begonnen hat alles 1982. Eng waren die Juzi-Gründer von damals mit der Göttinger Hausbesetzer-Szene verbunden. Von der Stadt mieteten sie das Haus in der Bürgerstraße 41. Bis heute wird das Zentrum von der Stadt finanziell unterstützt. Immer wieder stand und steht diese Unterstützung auf dem Prüfstein. Vor allem die CDU forderte nicht nur einmal drastische Kürzungen oder die Schließung des Hauses.

In der Kritik stand die „äußerst fragwürdige Jugendarbeit“. Das Juzi sei ein optischer und gesellschaftlicher Schandfleck Göttingens, was dort eigentlich mit Steuermitteln passiert, müsse genau beobachtet werden, hieß es. Auch die Nähe des Hauses zur „linksradikalen Antifa“ stieß auf Ablehnung.

Antifaschistisch, antisexisitisch und unkommerziell – so definieren die Juzi-Verantwortlichen ihr Haus. Seit jeher ist es ein Haus, in dem die Subkulturen der Stadt einen Anlaufpunkt haben. Punks, Skins, Sprayer, Skater. Göttingens Techno-Szene war hier zuhause. Es ist Treffpunkt linker Gruppen.

Vor allem Mitte der 80er und Anfang der 90er Jahre war das Jugendzentrum immer wieder in den Schlagzeilen. Es wird von Nazi-Skinheads aus dem Umfeld der inzwischen verbotenen FAP belagert und angriffen. Bereits 1986 kommt es zu einer Großrazzia, bei der die Polizei die Personalien von mehr als 400 Personen aufnimmt. Diese Aktion, bei der keine Straftaten aufgedeckt wurden, beschäftigte auch den Landtag. Auch die 1989 ums Leben gekommene Antifaschistin Conny W. stammte aus dem Juzi-Umfeld.

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