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Junge Autofahrer immer noch eine Risikogruppe

Unfallstatistiken Junge Autofahrer immer noch eine Risikogruppe

Die 18- bis 25-jährigen Verkehrsteilnehmer bleiben eine Risikogruppe. Das hat Polizeipräsident Robert Kruse bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2010 betont. Dabei hat die Zahl der verunglückten, bei Unfällen schwer verletzten oder gar getöteten jungen Leuten im Vergleich zu den Vorjahren zwar abgenommen, liegt im Vergleich zu ihrem Bevölkerungsanteil aber immer noch extrem hoch.

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Schwerer Unfall: im Oktober bei Wollbrandshausen.

Quelle: SPF

Konkret heißt das: Nur 8 Prozent der Bevölkerung sind 18 bis 25 Jahre alt. Der Anteil dieser Altersgruppe bei den Schwerverletzten oder Getöteten schlägt sich in der Unfallstatistik jedoch mit 21 Prozent nieder. In 57,7 Prozent dieser Unfälle waren junge Leute selbst die Verursacher.

Die selben Zahlen im Vergleich für die Gruppe der Rentner: Gut 19 Prozent der Bevölkerung in Stadt und Landkreis Göttingen ist älter als 65 Jahre. Diese waren aber nur mit 14,5 Prozent an schweren Unfällen beteiligt. Nur in 35 Prozent dieser Unfälle waren die Alten die Verursacher.

Allerdings: Statistisch unberücksichtigt bleibt hier, dass viele der ältesten Fahrer gar nicht mehr mobil sind. Bei den Jungen hingegen, so Kruse, sorgten häufig nicht angepasste Geschwindigkeit, geringe Fahrpraxis und zu hohe Risikobereitschaft noch immer für zu viele Unfälle. Die zielgruppenorientierte Prävention werde beibehalten.

Ebenso die intensiven Alkohol- und Drogenkontrollen, wenngleich auch hier ein „Allzeittief“ bei folgenlosen Alkohol- und Drogenfahrten festzustellen sei. Denn fest stehe auch: Die Zahl der Unfälle, bei denen Drogen im Spiel waren, stieg von 39 auf 44.
Insgesamt ist Kruse mit der Statistik für 2010 sehr zufrieden: Die Zahl aller Unfälle stieg zwar um 2,28 Prozent, die Zahl der Schwerverletzten (973) und Unfalltoten (55) sei gegenüber dem Vorjahr (1091 und 90) aber stark gesunken.

Wie im Direktionsgebiet (Hoya bis Hann. Münden), ist auch in der Inspektion Göttingen (Stadt und Landkreis) die Zahl der Verkehrsunfälle zwar gestiegen, die Folgen aber waren glimpflicher. Von 6346 registrierten Unfällen (Vorjahr 6188) waren 2010 nur 833 (Vorjahr 995) mit Verletzten – ein Minus von 16,3 Prozent. Von den sechs Verkehrstoten im Jahr 2010 (Vorjahr zehn) waren zwei Radfahrer, die in Göttingen starben, was die Polizei zu weiterer intensiver Kontrolle des Radverkehrs veranlassen wird, sagte der Leiter Einsatz, Gerd Hujahn.

Hujahn hatte auch eine Erklärung, warum 2010 die Blechschäden um 2,6 Prozent anstiegen, die Zahl der Verletzten aber um 16,3 Prozent sank: der Winter. Allein in den ersten drei kalten und verschneiten Monaten 2010 waren zwei Drittel des Zuwachses zu verbuchen. Das Winterwetter habe das Tempo gebremst und damit die Schwere der Unfallfolgen gemindert.

Wie Kruse für die Direktion, verwies auch Hujahn für die Inspektion auf eine zwar leicht abnehmende, aber noch immer überproportionale Beteiligung junger Fahrer am Unfallgeschehen (23,6 Prozent der Verletzten oder Getöteten). Weiterhin würden gezielt zu typischen Disco-Zeiten die Wege zu Diskotheken wie Glashaus Worbis, Matrix Nörten, nach Göttingen oder Kassel kontrolliert.

Wirkung hätten inzwischen die massiven Radfahrerkontrollen – speziell in der Stadt – in Bezug auf Alkoholgenuss gezeigt. Waren Radler früher noch zu 20 Prozent an den Alkoholunfällen beteiligt, sind es nun nur noch neun Prozent. Dennoch, so Hujahn, stehe das Gefahrenbewusstsein der Radler nach wie vor in keinem Verhältnis zu ihrer echten Gefährdung im Verkehr.

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