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Justizminister: „Kein Hinweis auf Suizidgefährdung“

JVA Rosdorf Justizminister: „Kein Hinweis auf Suizidgefährdung“

Justizminister Bernd Busemann (CDU) hat am Freitag auf Anfrage erklärt, es habe im Vorfeld keinerlei Hinweise darauf gegeben, dass Dirk-Oliver C. suizidgefährdet war. Es sei auch kein Abschiedsbrief oder ähnliches bei ihm gefunden worden.

Zu der Frage, warum der Fall erst jetzt – mehr als fünf Wochen später – öffentlich geworden ist, sagte der Justizminister: „In Suizidfällen wird generell schon aus Rücksicht auf trauernde Hinterbliebene keine aktive Pressearbeit gemacht.“

Allerdings wurden der Landtag und die Mitglieder des Unterausschusses Justizvollzug und Straffälligenhilfe am Nachmittag des 1. Juli per E-Mail über den Suizid des Gefangenen informiert. In dem Schreiben hieß es, der als äußerst gewalttätig geltende Häftling sei auf der Sicherheitsstation untergebracht worden. Als Justizbeamte am frühen Morgen zusammen mit einer Ärztin die Zelle aufgeschlossen hätten, um ihm sein Frühstück zu bringen, hätten sie den 36-Jährigen tot aufgefunden. Er habe sich mit einem Stück Bettlaken am Fensterrahmen erhängt.

Ausschussvorsitzender Grant Hendrik Tonne (SPD) erklärte gestern, er habe sich ohnehin vorgenommen, das Justizministerium um nähere Aufklärung zu dem Fall zu bitten. Ihn habe das junge Alter des Gefangenen stutzig gemacht. „Jeder Suizid ist für eine Haftanstalt eine Katastrophe“, sagte der SPD-Abgeordnete Marco Brunotte. Es sei auch sehr belastend für die Vollzugsbeamten.

„Bei jedem Todesfall in einer Justizvollzugsanstalt wird die Polizei hinzugezogen, um Fremdeinwirkung ausschließen oder feststellen zu können“, sagte Busemann. Das sei auch bei C. geschehen. Fremdeinwirkung könne ausgeschlossen werden. Allerdings sei das Todesermittlungsverfahren, das obligatorisch eingeleitet werde, noch nicht abgeschlossen, da das Obduktionsergebnis noch ausstehe.

C. sei als gewalttätig bekannt gewesen, er habe sich wegen Widerstands gegen Justizbeamte und Körperverletzung vor dem Amtsgericht Celle verantworten müssen. Von einem schikanösen oder gar gewalttätigen Verhalten Justizbediensteter gegenüber C. oder entsprechenden Anschuldigen weiß das Ministerium nichts.

Von Saskia Döhner

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