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Kaltschale aus Branntwein und Honigkuchen

Schnaps aus der Suppenterrine Kaltschale aus Branntwein und Honigkuchen

„Die erste Mischung musste ich wegschütten“, räumt der Chef des Gaußturmcafés, Florian Beister, freimütig ein. Doch bereits die zweite Mischung gelang ihm derart gut, dass die Sohnreysche Honigkuchenkaltschale gute Chancen hat, zum neuen Kultgetränk auf dem Hohen Hagen zu werden.

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Traditionelle Honnigkaukenkaschorle aus der Suppenterrine: Vereinsvorsitzender Hubertus Menke schenkt nach.

Quelle: Heller

Heimatdichter Heinrich Sohnrey, der im nahen Jühnde aufwuchs, erzählt in seinen Büchern vom alten Bauernbrauch, das Jahr mit solcher Honnigkaukenkaschorle ausklingen zu lassen. Dazu wurden hart gewordene Lebkuchenreste der Weihnachtszeit in einer Terrine voll Branntwein eingelegt. Sie wurde in geselliger Runde ausgelöffelt.
Diesen Brauch hat am Sonntag die Heinrich-Sohnrey-Gesellschaft zum Ende des Jubiläumsjahrs anlässlich des 150. Geburtstages des Dichters auf Initiative ihres Vorsitzenden Hubertus „Berti“ Menke wiederbelebt. Statt eines Löffels erhielt jeder der 17 Gäste sein eigenes Glas. Drei Tage lang hatte Gastwirt Beister Schokoladen-Lebkuchen in Branntwein eingeweicht. Nach dem Pürieren schmeckte er mit Orangensaft ab. Die Runde war begeistert.

Glühwein und Bregenwurst

Ein Teil der Sohnrey-Freunde war von Jühnde aus in finsterer, doch trockener und nicht allzu windiger Nacht zum Gaußturm hinaufgestiegen. Zuerst genoss die Gruppe bei einem Glas Glühwein den Blick auf das Lichtermeer Göttingens und Kassels, dann ließ sie sich Grünkohl und Bregenwurst schmecken. Menke las Sohnrey-Geschichten vor.
Aus Nienhagen, wo der Jühnder Schriftsteller seine erste Lehrerstelle angetreten hatte, war eigens eine Delegation angereist. Die sechs Herren, alle Mitglieder des Männergesangvereins Sängerlust 1880, interessierten sich besonders für die Kaltschale. Ihr Verein ist von Sohnrey nach einer Honnigkaukenkaschorlen-Nacht gegründet worden. Der Lehrer, der eifrig mitgelöffelt hatte, war von den jungen Männern im Dorf mit einem Neujahrsständchen begrüßt worden. Sohnrey glaubte der Überlieferung nach die Engel singen zu hören.

Von Michael Caspar

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