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Katzen-Kastration: 103 Tiere in Göttingen behandelt

Überpopulation Katzen-Kastration: 103 Tiere in Göttingen behandelt

Zuschüsse statt Zwang: Mit einer ungewöhnlichen Aktion hatte die Stadt Göttingen im vergangenen Jahr versucht, die stetig zunehmende Katzenpopulation auszubremsen. Eine Aktion, die sich gelohnt habe, sagt die Verwaltung auf Nachfrage des Tageblattes. „103 Katzen konnten in Absprache mit den Tierärzten kastriert werden“, ergänzt ihr Sprecher Detlef Johannson.

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Längst sterilisiert: Im Katzenhaus Luttertal finden Katzen ein vorübergehendes Zuhause bis sie vermittelt werden können.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Die Tierheime hat das allerdings (noch) nicht entlastet. „Wir hatten im letzten Jahr so viele Katzen wie nie zuvor“,  sagte Monika Bossmann vom Katzenhaus Luttertal. Ob die Kampagne  fortgesetzt wird, ist allerdings offen. „Es müssten erst wieder Unterstützungsgelder zusammenkommen“, so Johannson.

Im Juni 2012 hatte die Stadt ihre landesweit einmalige Aktion gestartet: Göttinger Bürger konnten über die Tierärzte einen Zuschuss beantragen, wenn sie eine Streuner-Katze behandeln ließen. Die Sterilisation einer Katze wurde mit 40 Euro bezuschusst, die Kastration mit 25 Euro. Die Katzenfinder mussten etwa 50 bis 80 Euro selbst tragen. Bezahlt wurden die Zuschüsse aus einem Spendentopf, in den Tierliebhaber 2500 Euro eingezahlt hatten. Er ist allerdings längst leer, erklärt Johannson, warum die Kampagne auf Eis liegt.

Katzenproblem in Göttingen?

Der Aktion war eine heftige politische Debatte vorausgegangen. Tierschützer und die CDU hatten sich dafür eingesetzt, alle Katzenbesitzer und Halter per Verordnung zur Kastration frei laufender Tiere zu zwingen. Ihre Sorge gilt vor allem den Tieren, die in freier Wildbahn leben und vielen Krankheiten ausgesetzt sind. Die Ratsmehrheit lehnten eine Verpflichtung damals aber ab. Ihre Argumente: Es gebe kein Katzenproblem in Göttingen. Zudem sei es aufwendig und zu teuer, alle Katzen zu kontrollieren. Stattdessen formulierte der Rat einen Appell an Katzenfreunde, ihre eigenen und gefundene Tiere behandeln und registrieren zu lassen. Als Zusatzanreiz folgte dann die Zuschuss-Aktion.

Da waren allerdings schon viele frei lebende Hauskatzen geboren – sehr viele. Folge: Im vergangenen Jahr hatte das Katzenhaus Luttertal sogar ungewöhnlich viele Katzen aufnehmen müssen. Bis jetzt hätten neun Tiere noch nicht weiter vermittelt werden können, bedauert Bossmann. Ihr  Fazit zur ersten Kastrations-Runde mit Zuschuss:  „Es hat nichts gebracht.“ Tierschützer hoffen jetzt auf die neue rot-grüne Landesregierung. Ihr Koalitionsvertrag sieht eine landesweite Kastrationspflicht für Katzen, die draußen sein dürfen, vor.

   
Wildkatzen: „In Ruhe lassen“  

Auch in den Wäldern rund um Göttingen sind sie zu Hause: Wildkatzen. In den kommenden Wochen erwarten die kleinen Jäger Nachwuchs. Der niedersächsische Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat Waldbesucher davor gewarnt, vermeintlich hilflose Waldkätzchen mitzunehmen.

Die kleinen Vierbeiner sähen jungen getigerten Hauskatzen zum Verwechseln ähnlich, seien zudem ähnlich neugierig und verspielt. Wer eine junge Katze im Wald antreffe, könne aber davon ausgehen, dass die Katzenmutter nicht weit entfernt sei. Zudem sei davon auszugehen, dass es sich um Wildkatzen-Nachwuchs handele. „Hauskatzen bewegen sich normalerweise nicht mit ihren Jungen in den Wald“, erklärte ein BUND-Sprecher.

Oft würden junge Wildkätzchen aus falsch verstandener Tierliebe von ihrer Mutter getrennt und landeten im Tierheim. Für die Tierchen seien diese Einrichtungen aber ebenso ungeeignet wie Privathaushalte. Für die Aufzucht von jungen Wildkatzen bedürfe es Spezialisten, denen es gelänge, sie aufzupäppeln und wieder auszuwildern. Oft gelinge das eben nicht.  Deshalb, so der BUND: „Die Tiere einfach in Ruhe lassen!“ kk

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Spender für Kastration gesucht

Die Göttinger Kampagne zur Kastration von Katzen kann wahrscheinlich verlängert werden. Nach der Ankündigung vergangene Woche haben sich weitere Spender gemeldet, so die Verwaltung.

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