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Kaum freiwillige Sitzenbleiber

Trotz Turbo-Abi Kaum freiwillige Sitzenbleiber

Lassen sich tatsächlich viele Schüler freiwillig ein Jahr zurückstufen, weil sie das Abitur nach nur zwölf Jahren abschreckt? Und wechseln im Raum Göttingen viele Schüler aus dem ersten Jahrgang der verkürzten Lernzeit an eine Gesamtschule? Den Rückstellungs-Trend bestätigt eine Abfrage des Tageblattes nicht, den Run auf eine Gesamtschule mit 13. Jahrgang teilweise.

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Stark angefragt und jetzt für den Deutschen Schulpreis nominiert: Die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule.

Quelle: Mischke

Landesweit berichteten Medien in dieser Woche, dass sich an niedersächsischen Gymnasien vermehrt Jugendliche freiwillig ein Jahr zurückstufen lassen. Hintergrund: Niedersachsen hat die Schulzeit bis zum Abitur von 13 auf zwölf Jahre verkürzt. Im Frühjahr erreichen die letzten Schüler mit neun Gymnasiums-Jahren (G9) und die ersten G8-Schüler gemeinsam das Abi. Vor allem Eltern klagen über einen zu hohen Leistungsdruck im G8.

In Göttingen gebe es im laufenden Doppeljahrgang und in den Klassen darunter keine Abweichungen zu den Vorjahren, sagt Wilfried Bergau-Braune, Leiter des Hainberg-Gymnasiums im Namen aller fünf städtischen Gymnasien. Es gebe immer ein paar leistungsschwache Schüler, die nicht zum Abi zugelassen sind oder sitzen bleiben – im diesem Jahr aber nicht mehr als im Durchschnitt. Anträge auf eine freiwillige Rückstellung, um einen nicht so guten Notenschnitt zu verbessern, seien nicht bekannt. Freiwilliges Sitzenbleiben aus so einem Grund würde und dürfe zudem kein Schulleiter genehmigen. Auch am Grotefend-Gymnasium in Münden kann Heidrun Korsch den Trend nicht bestätigen. Und Abwanderungstendenzen an eine Gesamtschule seien minimal.

Auch am Northeimer Gymnasium Corvinianum kann Schulleiter Christoph Döngens „keinen signifikanten Trend zu freiwilligen Zurückstellungen beobachten“. Es habe aber „schon immer sehr vereinzelt Schüler gegeben, die aus unterschiedlichen Gründen und fehlenden Erfolgsaussichten mehr oder weniger freiwillig einen Jahrgang wiederholt haben“.

Am Duderstädter Eichsfeld-Gymnasium scheint sich der Landestrend laut Oberstufenkoordinator Bernward Wucherpfennig zu bestätigen. Von 223 Schülern im Doppeljahrgang seien im Lauf der Zeit 17 aus verschiedenen persönlichen Gründen abgegangen. Neun Schüler aus der G8-Gruppe aber hätten ein Jahr wiederholt.

An Gesamtschulen gibt es noch die 13. Klasse. Aber nur vereinzelt gebe es an der kooperativen Geschwister-Scholl-Schule Anfragen von wechselwilligen Gymnasiasten, so ihr Leiter Tom Wedrins. Ganz anders sieht es an der integrierten Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule aus: „Wir haben in der Sekundarstufe I etwa 100 Anmeldungen und mindestens 100 telefonische Wechsel-Anfragen“, zählt Schulleiter Wolfgang Vogelsaenger auf. Noch in der Oberstufe seien etwa 30 Anfragen eingegangen. Die IGS mache gute Erfahrungen mit den 13 Jahren und der Möglichkeit, Jahrgänge zu überspringen.

IGS für Deutschen Schulpreis nominiert

Die Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule hat gute Chancen, als beste Schule Deutschlands ausgezeichnet zu werden. Sie ist für den Deutschen Schulpreis 2011 nominiert – als einzige Schule in Niedersachsen. Seit 2007 zeichnen die Robert-Bosch-Stiftung und die Heidehof Stiftung Schulen aus, die „mit erfolgreicher Praxis begeistern, Lernfreude wecken und Perspektiven aufzeigen“. Für den diesjährigen Preis hatten sich 120 Einrichtungen beworben. Nach einer Vorauswahl wurde die IGS inzwischen für die Endrunde vorgeschlagen – neben 19 weiteren Kandidaten. Kommende Woche besucht eine Jury die Einrichtung in Geismar. Sie bewertet die Finalisten in sechs Qualitätsbereichen: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution. Mit dem Preis werden Schulen ausgezeichnet, die in allen Bereichen gut und mindestens in einem Bereich weit überdurchschnittlich abschneiden. Der Sieger erhält 100 000, Schulen auf den Folgeplätzen 25 000 Euro. Die Preisverleihung ist für Ende März vorgesehen.

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