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Keine Läuterung: Schafhalteverbot für Northeimer Schäfer bleibt

Verwaltungsgericht weist Klage ab Keine Läuterung: Schafhalteverbot für Northeimer Schäfer bleibt

Ein Berufsschäfer aus Northeim, der nach einem unbefristeten Halteverbot gern wieder Schafe züchten möchte, hat vor dem Verwaltungsgericht geklagt. Doch daraus wird nichts.

Um es mit einem Wort zu sagen: Früher war sein Umgang mit seinen Tieren grauenhaft. Sollte das heute, nach bald zehn Jahren Schafhalteverbot, anders sein? Diese Frage hatte gestern das Verwaltungsgericht Göttingen zu klären.
Sein eigenes Verhalten führte dazu, dass seine Klage gegen den Landkreis Northeim abgewiesen wurde.

Durchaus wohlwollend wollten sich die Richter anhören, was er zu seiner Läuterung vorzubringen hatte. An ihm lag es, das Gericht und die Vertreter des Landkreises zu überzeugen, dass sich sein Verhältnis zur Kreatur geändert hat. Und auch sein Anwalt redete auf ihn ein wie auf einen kranken Hammel, um ihn dazu zu bewegen, den Wandel seiner Sicht auf die Mitgeschöpfe zu beschreiben. Doch auf jede Frage – auch auf die vorbereiteten – kam die Gegenfrage: „Was soll ich dazu sagen?“ Nur einmal wurde er halbwegs konkret: Er habe gelernt, „man darf nicht so dickköpfig sein.“

Und dann sagte er meist, dass es damals, als ihm unzählige Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorgeworfen wurden, eigentlich doch nicht seine Schuld gewesen sei. So etwa, als ihm mehrfach vorgeworfen wurde, seine im Freien lebenden Mutterschafe schon im Januar lammen zu lassen. Auf eisigem Boden waren viele Lämmer erfroren. Seit 1991 gab es immer wieder tierschutzrechtliche Bescheide.

Sogar wegen Tierquälerei verurteilt wurde er: 1995 waren 28 Lämmer und fünf Schafe in seiner Obhut verendet, weil er sie im Sommer nicht mit Wasser versorgt hatte. Sechs Monate Gefängnis auf Bewährung gab es dafür. Das größte Drama spielte sich im März 1999 ab, als er in Northeim seine auf mehr als 1000 Tiere – Lämmer nicht mitgezählt – angewachsene Herde über einen Bahndamm führte, ohne das Stellwerk informiert zu haben. Ein Zug raste in die Herde, unzählige Tiere verendeten. Er krönte seinen Umgang mit der Kreatur, indem er schwerverletzte Schafe und Lämmer an den Beinen packte und im hohen Bogen auf die Ladefläche seines Hängers warf. Ein Jahr, sieben Monate Haft lautete die Strafe. Das folgende Schafhalteverbot gilt bis heute – nach abgewiesener Klage auch weiter.

Von Jürgen Gückel

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