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"Ich stecke viel zurück"

Alleinerziehende Mutter mit drei Kindern sucht Arbeit "Ich stecke viel zurück"

Immer wieder geraten Menschen in Not, werden Opfer von persönlichen Katastrophen und Tiefschlägen. Diesen Menschen bieten soziale Einrichtungen in der Region Hilfe. Zugunsten dieser Anlaufstellen in Krisenzeiten sammelt „Keiner soll einsam sein“, die Weihnachtshilfe des Göttinger Tageblatts. In loser Folge stellen wir einige Schicksale vor.

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Göttingen. Für Linda K. (Name geändert) war das vergangene Jahr kein glückliches Jahr. Mehrere Schicksalsschläge trafen die alleinerziehende Mutter hart: Arbeitsunfall, lange Krankheit, Kündigung, Gewalt in der Ehe, Trennung von ihrem Mann nach sieben Jahren Ehe, Abrutsch in Hartz IV. Und ein neuer Job ist bis heute nicht in Sicht. Wie es weitergehen soll, weiß sie nicht.

"Ich suche dringend eine neue Arbeit", sagt die 45-Jährige. "Mit drei Kindern wird es aber schwer, einen Job zu finden", sagt sie. "Da blockt doch jeder Arbeitgeber ab." Wenn die gelernte Bäckerin überhaupt Absagen auf ihre Bewerbungen bekommt, hieße es lapidar: "Wir haben schon jemand anderen." 

Weil ihre beiden sechs- und achtjährigen Söhne Sprachlehrklassen in einer Grundschule besuchen und auf einen Fahrdienst angewiesen sind, sei es ihr wegen der Kinderbetreuung nicht möglich, vor 8 Uhr zu arbeiten. Das sei vielen Arbeitgebern zu spät. Ein Putzjob, ein Job als Küchenhilfe oder einer in einem Supermarkt schweben K. vor. "Ich könnte täglich von 8 bis 13 oder 14 Uhr arbeiten", sagt K.

Ein falscher Tritt hat K. im November vergangenen Jahres aus der Spur gebracht. Gerade hatte sie nach langer Arbeit als  Raumpflegerin in einem Supermarkt ihre neue Stelle angetreten, dann sei sie bereits in der ersten Woche mit dem Fuß umgeknickt. Um nicht gleich krankgeschrieben zu werden, arbeitete sie mit kaputten Knöchel weiter. Erst als es nicht mehr ging, habe sie aufgehört, schildert K. Es folgte der Rauswurf und Hartz IV. Noch immer ist sie wegen des Knöchels in ärztlicher Behandlung.

Im Mai sei dann die Ehe nach elf Jahren Beziehung, davon sieben Jahre verheiratet, in die Brüche gegangen. Zwei Mal habe ihr Mann sie betrogen. 2014 war K. deswegen schon einmal ausgezogen. Dann sei die Situation in diesem Jahr eskaliert: Er habe sie vor den drei Kindern geschlagen, die Polizei musste anrücken und ihn mitnehmen. Seitdem lebt das Paar getrennt. Heute wohnen K. mit den beiden Söhnen in einer kleinen Wohnung. Die zwölfjährige Tochter lebt zur Zeit in einer sozialpädagogische Wohngruppe im Landkreis. Fotos von ihnen an Wand im Wohnzimmer zeigen drei aufgeweckte, fröhliche Kinder.

Unterhalt für seine drei Kinder zahlt der Vater nicht. Auch den Trennungsunterhalt für K. bleibt er ihr schuldig. Mit Unterhaltsvorschuss für die Söhne, Hartz IV und Kindergeld blieben nach Abzug von laufenden Kosten für Strom, Gas und Telefon 1200 Euro zum Leben, sagt K. Große Sprünge seien so nicht möglich. "Wichtig ist, dass es meinen Kindern gut geht", sagt K. Sie selber "stecke viel zurück". Es tue ihr im Herzen weh, dass sie ihren Kindern nicht immer alle Wünsche erfüllen könne.

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