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Kelle um Kelle für „Keiner soll einsam sein“

„Tageblatt-Hilfsaktion Kelle um Kelle für „Keiner soll einsam sein“

Aus einem großen Pott schmeckt Erbsensuppe eben am besten. Und weil sich das nach fast 40 Jahren Erbsensuppentradition beim Tageblatt in Göttingen rumgesprochen hat, dauerte es am Sonnabend nur gut drei Stunden, bis mehr als 1500 Portionen zu wohltätigen Zwecken verkauft waren.

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Erbsensuppe satt: Kelle um Kelle für Hilfsaktion „Keiner soll einsam sein“.

Quelle: Arne Bänsch

Göttingen. Aus einem großen Pott schmeckt Erbsensuppe eben am besten. Und weil sich das nach fast 40 Jahren Erbsensuppentradition beim Tageblatt in Göttingen rumgesprochen hat, dauerte es am Sonnabend nur gut drei Stunden, bis mehr als 1500 Portionen zu wohltätigen Zwecken verkauft waren. Außerdem gab es eine Premiere, die den Gästen aber kaum auffiel.

 

Punkt 10 Uhr hatten sich die ersten Suppen-Fans am Gänseliesel versammelt. Ausgestattet mit Tupperdosen, Töpfen und Milchkannen holten sie sich oft gleich mehrere Portionen ab – teilweise für die Angehörigen zu Hause, teilweise zum Einfrieren, wie Sabine Herrmann bekannte. Die Rentnerin ist quasi Stammkundin: „Ich bin immer hier, seit es angefangen hat.“ Und sie betonte gleichzeitig, nicht nur wegen der Erbsensuppe zu kommen. „Ich spende immer noch ein Bisschen“, erzählte sie, bevor sie samt eines vollen Suppentopfes nach Hause aufbrach.

„Wir sind halt eine Suppenfamilie“

Andere hatten die ganze Familie zusammengetrommelt, um gemeinsam zu essen: „Wir sind halt eine Suppenfamilie“, erklärte Mutter Anja Gysemberg lachend beim Anblick von Vater, Großvater und Kindern, die gemeinsam auf Bierbänken Suppe löffelten. „Einige essen allerdings besonders gern die Würstchen“, fügt sie mit Blick auf den sechsjährigen Jonte hinzu – er hatte sich für Bockwurst mit Brötchen entschieden und auf Suppe verzichtet.

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Aus einem großen Pott schmeckt Erbsensuppe eben am besten. Und weil sich das nach fast 40 Jahren Erbsensuppentradition beim Tageblatt in Göttingen rumgesprochen hat, dauerte es am Sonnabend nur gut drei Stunden, bis mehr als 1500 Portionen zu wohltätigen Zwecken verkauft waren.

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Möglich war das in diesem Jahr zum ersten Mal, denn statt Suppe mit Wurststückchen und Speck gab es die Bockwurst nur als Beilage. Die erstmals vom Studentenwerk gekochte Suppe hingegen war vegetarisch - was den Besuchern allerdings nicht auffiel. Im Gegenteil: „Es schmeckt so, wie wir sie früher auch immer gekocht haben,“ befand Rudolf Schachtebeck. Und auch Siegfried Reihsaus hatte „den fehlenden Speck gar nicht rausgeschmeckt“. Stattdessen sei er vom dickflüssigen Eintopf in diesem Jahr besonders begeistert, so der Rentner. „Wie früher bei der Bundeswehr,“ lautete sein Urteil.

Polizei als Suppenhelfer

Die Helfer hingegen hatt die separate Würstchen-Ausgabe vor eine Herausforderung gestellt: Beim Mittagsandrang war die Schlange so lang, das Polizeiinspektionsleiter Thomas Rath für den zusätzlichen Arbeitsschritt kurzerhand eine der anwesenden Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes einspannte. Dank dieser „Amtshilfe“ triumphierten er und Polizeisprecherin Jasmin Kaatz im Wettbewerb mit dem nebenan Suppe ausschenkenden Duo aus Kreisrat Marcel Riethig (SPD) und Frank Wiegelmann von den Göttinger Stadtwerken. „Wir haben fast doppelt so viel ausgeschenkt“, griente Rath lachend, während er seine Uniform auf Suppenflecken absuchte.

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Aus einem großen Pott schmeckt Erbsensuppe eben am besten. Und weil sich das nach fast 40 Jahren Erbsensuppentradition beim Tageblatt in Göttingen rumgesprochen hat, dauerte es am Sonnabend nur gut drei Stunden, bis mehr als 1500 Portionen zu wohltätigen Zwecken verkauft waren.

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Auch aus dem Umfeld der Universität kamen Helfer: Kelle um Kelle schenkte Universitätspräsidentin Ulrike Beisiegel den Eintopf aus – und wunderte sich etwas über die großen Mengen, die sie zeitweise ausgab. Für den Geschäftsführer des Studentenwerks, Jörg Magull, war das hingegen Routine: Er steht gelegentlich in der Mensa hinterm Tresen. Allerdings war er zeitweise ziemlich gespannt, ob die vegetarische Suppe bei den Gästen ankommen würde. Den Zahlen zufolge war das kein Problem: Um 13.30 Uhr verkündete Wolfgang Stoffel, dass sämtliche 1500 Portionen Suppe ausverkauft war.

„Punktlandung“

„Punktlandung“, bilanzierte der frühere Tageblatt-Mitarbeiter, der seit den 1980er Jahren die Erbsensuppenaktion und die Wohltätigkeitsaktion „Keiner soll einsam sein“ betreut. Die Einnahmen kommen ihm zufolge dem offenen Heiligabend in der Stadthalle sowie in Not geratenen Göttingern zugute.

Und während Stoffel aufbrach, um die übrigen Würstchen dem Mittagstisch der St.-Michaels-Gemeinde zu übergeben, konnten auch die anderen Helfer einpacken. Die Teams vom Technischen Hilfswerk, dem Deutschen Roten Kreuz und der Tageblatt-Festfabrik waren teilweise seit 7 Uhr morgens auf den Beinen, um Spülküchen, Zelte, Bänke und Tische aufzubauen.

Von Christoph Höland

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