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Kinder-Bande stiehlt 40 Roller in Göttingen

11 bis 13 Jahre alt Kinder-Bande stiehlt 40 Roller in Göttingen

Die sechs Knaben sind noch strafunmündig. Der Jüngste ist erst elf, der Älteste 13. Gemeinsam bilden sie die Roller-Bande, die seit Anfang Februar im ganzen Stadtgebiet ihr Unwesen treibt. 

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Tatort Reitstallstraße: Von diesem Zweirad-Parkplatz stahl die Roller-Bande mindestens ein halbes Dutzend Fahrzeuge.

Quelle: Pförtner

Göttingen. 40 Motorroller, so ist man sich bei der Polizei sicher, haben die sechs Jungen in unterschiedlicher Tatbeteiligung aufgebrochen, kurzgeschlossen, zu Spritztouren missbraucht und teils dabei kaputt gefahren.

Zum Beispiel am 14. Mai: Fünf der sechs Kinder tauchen gegen 21.40 Uhr in der Reitstallstraße vor Mc Donald’s auf. Dort sind etliche Roller abgestellt, meist ohne zusätzliches Kettenschloss nur mit dem Lenkradschloss gesichert.

Die Jungen knacken vier der relativ leicht zu überwindenden Schlösser, schieben ihre Beute ungehindert auf den Hinterhof eines Fahrradgeschäfts am Waageplatz und schließen sie dort kurz.

Eltern offenbar auch überfordert

Nur weil Zeugen sie dabei beobachten und die Polizei rufen, können sie noch auf frischer Tat ertappt werden.

Nicht das erste Mal. Mehrfach haben Zeugen in den vergangenen Wochen die Roller fahrenden Kinder beobachtet und gemeldet. Sogar von Streifenwagenbesatzungen sind die Kids bereits bei ihren Spritztouren erwischt worden.

Sie wurden dann jeweils ihren Eltern überbracht, die allerdings offenbar auch überfordert sind mit den roller-verrückten Jungen.

Strafrechtlich jedenfalls sind die strafunmündigen Kinder, die alle im westlichen Stadtgebiet wohnen, bisher aber auch in Geismar, Grone, am Schützenplatz oder in der Innenstadt zuschlugen, nicht zur Rechenschaft zu ziehen.

Strafrechtlich nichts zu machen

In der kommenden Woche wollen sich Eltern, Jugendamt und Vertreter der Jugend-Fachinspektion zu einem Kooperationsgespräch treffen, um zu beraten, wie mit den Jungen weiter umzugehen ist.

In Gefängnis oder Jugendanstalt kann man sie nicht stecken. Erst mit 14 Jahren könnten sie juristisch belangt und vor dem Jugendrichter angeklagt und verurteilt werden.

Die gestohlenen Motorfahrzeuge sind übrigens allesamt wieder aufgetaucht. Meist schon einige Stunden nach dem Diebstahl werden sie irgendwo im Stadtgebiet gefunden.

Immer gleiche Vorgehensweise

Oft verbeult oder mit Schäden vom Umkippen, immer aber mit zerstörten Lenkradschlössern und kurzgeschlossen. Einen Unfall haben die jungen Fahrer nach Feststellung der ermittelnden Polizeibeamten bei ihren unerlaubten Spritztouren bisher nicht erlitten.

Dass alle 40 bisher registrierten derartigen Taten mit Schäden von mehreren tausend Euro dem jungen Sextett zuzuschreiben sind, ergibt sich laut Polizeisprecherin Jasmin Kaatz aus der immer gleichen Begehensweise.

Kaatz appelliert deshalb an die Eigentümer von Motorrollern, ihre Gefährte besser zu sichern. Das Lenkradschloss allein reiche nicht aus. Ketten- oder Bügelschlösser hingegen seien für die Bande unüberwindbar.

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