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Kinder-Uni: Feuerwerk der Experimente im Chemiehörsaal

Reise durch Periodensystem Kinder-Uni: Feuerwerk der Experimente im Chemiehörsaal

„Seid ihr neugierig auf chemische Elemente?“, fragt Peter Brammer, Projektleiter der Kinderuni. Lautes Klopfen ist die Antwort der knapp 400 Kinder im Hörsaal der Chemie. Diesmal ist das Motto der Vorlesung „Chemie querbeet – Eine Reise durch das Periodensystem der Elemente mit chemischen Experimenten“.

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Es blitzt und knallt: Eine Scheibe, in der sich die Kinder spiegeln, dient bei den Versuchen von Thomas Waitz als Schutz.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Und es wird zu der bunten Reise, die Thomas Waitz, Professor am Institut für anorganische Chemie, und sein Team versprochen haben. Es glüht, es blitzt, es knallt, und Rauch gibt es auch ein bisschen.

Doch bevor das Feuerwerk der Experimente beginnt, erklärt Waitz, was Chemie eigentlich ist. In der Chemie gehe es um Stoffe. Ein Stoff sei „alles, was es gibt, zum Beispiel Metalle und Wasser, aber auch die Sachen, die ihr tragt“, berichtet der Dozent. Um die Stoffe klassifizieren zu können, gebe es das  Periodensystem der Elemente . Elemente sind die Dinge, die sich nicht mehr weiter zerlegen lassen.Diese werden dann im Periodensystem aufgeschrieben. Die Kinder blicken staunend auf das vor ihnen liegende Blatt, auf dem unzählige Elemente sortiert sind. Nach diesem kurzen theoretischen Einstieg beginnen die ersten Experimente.

Zunächst werden Wasserstoff und Sauerstoff, die beiden häufigsten Elemente und deren Eigenschaften anschaulich und lautstark vorgestellt. Mal spricht der Dozent mit piepsig hoher Stimme, weil der Wasserstoff, den er eingeatmet hat, „die Stimmbänder schneller schwingen lässt“. Mal gibt es kleine und auch größere Explosionen von wasserstoffgefüllten Luftballons und Seifenblasen.

Die Kinder sind begeistert. „Noch mal“, schallt es durch den Saal. Auch das Element Sauerstoff, „das wir alle zum Atmen brauchen“, so Waitz, ist brennbar. Ein Gummibärchen muss dran glauben und verbrennt glühend in einem Reagenzglas. „Coooooool“, raunen die Kinder. Die restlichen Bärchen fliegen als Kamelle in die Menge.

Eine Zigarre, in flüssigen Sauerstoff getaucht, reagiert auf ein Aluminiumblech mit sprühenden Funken . „3, 2, 1“, wird runtergezählt – und eine Flasche fliegt an einem Seil durch den Saal, da Sauerstoff auch beim Antrieb von Raketen genutzt wird.

Dann kommt der Stickstoff an die Reihe, ein Hauptbestandteil der Atemluft . Stickstoff sei „sehr, sehr kalt, minus 196 Grad“, erklärt der Dozent. In den Experimenten dazu wird ein Luftballon eisgekühlt. Er fällt zusammen, bläht sich aber wieder auf (Luft zieht sich bei Kälte zusammen). Rosen zerspringen wie Eis, nachdem sie in Stickstoff getaucht wurden. Eine Banane dient nach einem Stickstoffbad als Hammer, um einen Nagel in ein Brett zu schlagen.

Zum Schluss geht es noch um Metalle, speziell um die Alkalimetalle Natrium, Kalium und Magnesium , die, wie soll es anders sein, wieder sehr hell glühen, explodieren und Funken schlagen können. „Sie werden unter anderem genutzt, um Feuerwerk einzufärben“, erklärt Waitz. Als die Vorlesung zu Ende geht, rufen die Jungstudenten „Zugabe, Zugabe“, und das Team um Professor Waitz lässt sich erweichen. Das Licht geht wieder aus. In einen Kolben werden zwei Flüssigkeiten gefüllt, die im Dunkeln, blaugrün leuchtend, durch die Röhren fließen.

Im Anschluss an die Vorlesung berichtet Waitz, man habe sich Gedanken darüber gemacht, ob einige doch sehr laute Experimente die Kinder vielleicht verängstigen würden, aber „die wollen es immer lauter“, so Waitz. „Und gut ist auch, dass jetzt alle Chemiker werden wollen.“

   
Das laute und bunte Programm der Vorlesung kommt gut an bei den jungen Studenten. „Am besten war das Experiment mit der Flasche, die durch den Raum geflogen ist“, sagte die zehnjährige Paula Roessing von der St.-Elisabeth-Schule in Duderstadt. Sie sei schon zum zweiten Mal bei der Kinderuni und könne sich vorstellen, auch weiter etwas mit Chemie zu machen.
Tobias Laukat , achtjähriger Schüler an der Mittelbergschule in Göttingen, zählt auf: „Ich fand das mit der Röhre, das mit der Flasche, das mit dem Kolben, der so hell wurde, am besten.“
„Dass es Helium und Wasserstoff gibt, habe ich gewusst“, fügt sein Freund Pascal Voigt , acht Jahre, hinzu. „Aber dass man so eine helle Stimme kriegt, habe ich nicht gewusst.“ Besonders das Experiment mit der Flasche und Situationen, „in denen es laut war“, hätten ihn begeistert.
Die zehnjährige Schülerin Leonie Busse aus Duderstadt bestätigt: „Das mit den blauen Kreisen und die Explosionen fand ich gut.“

Von Tabea Fehl

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