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Kirchenkreis Göttingen ringt mit Stellenplanung

Stärkere Einschnitte bei Baumitteln? Kirchenkreis Göttingen ringt mit Stellenplanung

Gibt es noch irgendwo einen rettenden Strohhalm? Die Suche nach diesem Strohhalm hat die Sondersitzung des evangelisch-lutherischen Kirchenkreistages Göttingen ausgezeichnet. Der Strohhalm müsste die Wunderwirkung haben, den Kirchenkreis aus dem Stellenplanungssumpf zu ziehen, in dem er derzeit versinkt.

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Quelle: CH

Denn aufgrund zurückgehender Finanzmittel sollen im Zeitraum 2013 bis 2016 nach dem bisherigen Entwurf 16 Prozent der Pfarrstellen abgebaut werden, was allen Beteiligten Bauchschmerzen bereitet. Am Ende müssten knapp 80 000 Christen in rund 60 Gemeinden von 27,25 Pfarrstellen aus betreut werden.

Die Hoffnung aber, dass es irgendwo noch geheime Finanzquellen geben könnte, mit denen die Kürzungen abgefedert werden könnten, machte Steffen Creydt vom Kirchenkreisamt zu Beginn der Sitzung zunichte. Die Kirchensteuermehreinnahmen – bereits verplant zum Ausgleich der in den Jahren 2013 bis 2016 erwarteten Haushaltsdefizite. Die Ausgleichsrücklage – liegt schon deutlich unter dem vorgeschriebenen Mindeststand. Der Strukturanpassungsfonds – soll dem Diakonieverband zugute kommen, den es mit einer Kürzung seines Budgets um fast ein Viertel ausgesprochen hart trifft. Der Notlagenfonds – wird benötigt, um Lücken in der Altersversorgung zu stopfen. Und die von der Landeskirche vorgegebenen finanziellen Rahmenbedingungen zu ignorieren, mochte Creydt auch nicht empfehlen. Im schlimmsten Fall drohe dann eine Zwangsverwaltung des Kirchenkreises durch die Landeskirche.

So waren die Mitglieder des Kirchenkreistages denn auf sich selbst und den Stellenplanentwurf gestellt. Dieser war vom zuständigen Fachausschuss erarbeitet worden. Mitglieder dieses Ausschusses erläuterten noch einmal die Grundsätze der Planung. Beim Umgang mit dem Entwurf zeichneten sich im Gremium zwei Stoßrichtungen ab. Die eine zielte darauf ab, noch einmal einen Appell an die Landeskirche zu richten, dem Kirchenkreis aufgrund seiner besonderen strukturellen Probleme unter die Arme zu greifen. Nach längerer Diskussion wurde ein entsprechender Antrag von zwei Kirchenkreis-Regionen zunächst zurückgestellt. Dafür machte sich der Kirchenkreistag mit sehr großer Mehrheit ein Positionspapier von Ehrenamtlichen der Westgemeinden Göttingens zu eigen. Darin erklären die Ehrenamtlichen, sie seien nicht bereit die Kürzungen bei den Pfarrstellen zu unterstützen, die einer Selbstverstümmelung funktionierenden gemeindlichen Lebens gleichkämen. Eine Gemeinde dürfe nicht zu einem bloßen Versorgungsbetrieb verkommen, in dem Pastoren lediglich ein Mindestmaß an Gottesdiensten und Amtshandlungen bewältigen könnten.

Die andere Stoßrichtung zielte darauf, noch einmal die grundsätzliche Verteilung der Mittel auf verschiedene Bereiche zu hinterfragen. Hier geriet insbesondere eine noch stärkere Kürzung bei den ebenfalls schon eingeschmolzenen Baumitteln ins Visier. Diese sollte dann vorübergehend zugunsten der Pfarrstellen erfolgen, bis sich die Personallage entspannt, wenn eine Reihe von Diakonen das Rentenalter erreichen und so Mittel frei werden. Kirchenkreisamts-Leiterin Christina Klett riet zwar ab, da bei einer Kürzung der Baumittel Vermögenswerte vernichtet werden könnten. Der Kirchenkreistag erteilte dennoch mit sehr großer Mehrheit den Auftrag, dass noch einmal eine grundsätzlich andere Verteilung der Mittel erarbeitet und mitsamt den Folgewirkungen auf dem nächsten Kirchenkreistag vorgestellt werden soll.

Einen ganz winzigen Strohhalm gibt es außerdem vielleicht doch noch. Eine leise Hoffnung lag zumindest in den Worten von Superintendent Friedrich Selter, der auf laufende Verhandlungen mit der Landeskirche hinwies. Diese werde kaum eine Sonderzuweisung nach Göttingen schicken, doch sei auf ihrer Seite „eine große Sensibilität“ für die Situation im Kirchenkreis vorhanden.

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