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Klebrige Welt: „Man muss den Zucker kitzeln“

Göttinger Kinder-Uni Klebrige Welt: „Man muss den Zucker kitzeln“

„Zucker baut die Welt auf“, sagt Chemiker Daniel Werz. In seiner Vorlesung „Eine Welt aus Zucker“ bei der Göttinger Kinder-Uni ist er den Eigenschaften von Zucker und dessen unterschiedlichen Formen nachgegangen.

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Geben der Lösung Zucker: Dr. Daniel Werz, Robert, Nicky und Assistent Daniel Frank (von links) experimentieren mit klebrigen Stoffen.

Quelle: Hinzmann

Ganz offensichtlich kommt Zucker in allerlei Süßigkeiten vor, wie Bonbons, Gummibärchen oder Schokolade. Oder in großen Mengen in Cola. Hier sind es pro Liter fast 40 Stückchen Würfelzucker. Werz illustriert das mit einem Bild, das bei seinen jungen Zuhörern im Hörsaal Erstaunen hervorruft. „Mit Zucker muss man aufpassen“, sagt der Chemiker. Wer zuviel davon isst, werde fett. Und außerdem: „Die Bakterien im Mund lieben Zucker.“ Die Folge: Man bekommt faule Zähne durch Karies.

„Wie kommt der Zucker in die Welt“, fragt Werz. Durch Pflanzen. So würden Pflanzen Wasser und Kohlenstoffdioxid mit Hilfe von Licht in Sauerstoff und Zucker umsetzen. „Man muss Zucker kitzeln, dann setzt er den Kohlenstoff frei“, sagt Werz und „kitzelt“ den Zucker mit etwas Schwefelsäure. Aus dem Glas wächst eine schwarze Säule. „Es entsteht Kohle, Wasser und Wärme“, erklärt Werz.

Zucker ist nicht gleich Zucker, erklärt Werz. So seien Holz oder Baumwolle auch Zuckerarten. „Pflanzen bauen aus Zucker Holz.“ Es ensteht Zellulose. Oder sie speichern den zuvor produzierten Traubenzucker als Stärke ab, wie es etwa das Getreide macht. „Kaut mal möglichst lange auf einem Stück Brot herum“, sagt Werz. „Ihr werdet merken, das Brot wird süß.“ Dann, so erklärt der Chemiker, werden die langen Stärkemolekülketten wieder in kleinere Zuckermoleküle „zerhackt“.

  Cooles Experiment mit Gummibären
  Göttingen (mib). Der Hörsaal in der Chemie war fast komplett besetzt, mit Neugier und Interesse verfolgten knapp 400 Schüler die Vorlesung. „Die Experimente fand ich cool“, sagt Tom. Der Elfjährige fand, dass der Chemiker Daniel Werz die Zusammenhänge gut erklärt hat. Viel habe er über die Eigenschaften von Zucker vorher noch nicht gewusst. „Ich wusste nicht, dass Pflanzen Stärke und Zellulose produzieren.“
Auch Carl-Nicolaus hat viel gelernt, sagt er. Das Experiment mit der Gummibärenkanone fand der Zehnjährige bei der Vorlesung am Besten. Genauso wie Marie. Die Achtjährige aus Duderstadt war verblüfft, dass Zucker durchaus schlechte Eigenschaften hat. „Dass Zucker Schäden an den Zähnen anrichten kann, war mir neu“, sagt sie. Und weil sie gelernt hat, dass Zucker zudem dick machen kann, will sie zukünftig weniger Zucker essen.
Wie Marie hat auch die neunjährige Amelie in diesem Semester alle Vorlesungen der Göttinger Kinder-Uni besucht. Bei der Chemie-Vorlesung am vergangenen Mittwoch war „alles gut“. Auch sie fand das Experiment mit der Gummibärenkanone am beeindruckendsten. Was die Duderstädterin während der Vorlesung gelernt hat? „Dass in Äpfeln auch Zucker enthalten ist.“
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