Volltextsuche über das Angebot:

12 ° / 10 ° Regenschauer

Navigation:
„Kleine Rücken brauchen Hilfe“

Spendenkampagne „Kleine Rücken brauchen Hilfe“

Eine Spendenkampagne für ein besonders strahlungsarmes, schnelles und patientenfreundliches 3D-Röntgengerät, hat die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) am Mittwoch gestartet. Mit dem 560000 Euro teuren System sollen vor allem Kinder mit Fehlbildungen der Wirbelsäule untersucht werden.

Voriger Artikel
Übergriff am Ostersonntag – mitten im Lager
Nächster Artikel
Poesie des Himmels

Dr. Anna-Kathrin Hell, Johanna H., Prof. Dr. Joachim Lotz, Katrin Gebel, Karsten H., Jeannine H. und Dr. Martin Siess (v.l.).

Quelle: Hinzmann

Göttingen. „Wir behandeln jährlich mehr als 1000 solcher Kinder“, berichtete Professorin Anna K. Hell, die den Schwerpunktbereich Kinderorthopädie der UMG-Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie leitet. Manche dieser Kinder könnten sich ohne fremde Hilfe kaum aufrechthalten. Eine schwere Wirbelsäulenverkrümmung behindere zudem das Wachstum von Herz und Lunge. Atemprobleme seien die Folge. Das Operative Kinderzentrum in Göttingen gehöre zu den bundesweit führenden Einrichtungen. Aus dem Bundesgebiet zwischen Stralsund und Starnberger See kämen Patienten nach Göttingen.

„Viele der Betroffenen müssen von der Geburt an oft zweimal im Jahr operiert und dafür jedes Mal vor und nach dem Eingriff geröntgt werden“, führte Professorin Hell aus. Drei bis vier Minuten dauerten die Aufnahmen. „Die Patienten sollen dabei mit erhobenen Armen stehen“, ergänzte Professor Joachim Lotz, der Direktor des UMG-Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Das tue kurz nach der Operation sehr weh, berichtete die elfjährige Johanna, die bereits 19 Operationen hinter sich hat. Ihr wurden zwei Metallstäbe eingesetzt, die nach jedem Wachstumsschub verlängert werden müssen.

Das neue System, so Lotz, benötige nur 20 Sekunden für eine Aufnahme und liefere so dreidimensionale Bilder des gesamten Körpers in hoher Auflösung. Das helfe beim Erstellen des Operationsplans, ergänzte Hell.

„Durch die Strahlenbelastung, auf die junge Menschen zehnmal stärker als Erwachsene reagieren, steigt das Tumorrisiko“, warnte Katrin Gebel, die leitende Medizinisch-Technische Röntgenassistentin des Instituts. Das neue Systems benötige nur ein Zehntel der Strahlung.

„Wir wollen aus diesen Gründen das Gerät beschaffen, das seit acht Jahren auf dem Markt ist und sich klinisch bewährt hat“, erklärte Doktor Martin Siess, der im UMG-Vorstand für die Krankenversorgung zuständig ist. Allerdings stellten die Krankenkassen nur Geld für die Regelversorgung zur Verfügung. Das innovative Röntgensystem, das heute nur noch halb so viel koste wie bei seiner Markteinführung, müsse daher auf anderem Wege finanziert werden. In Heidelberg habe vor zwei Jahren eine Stiftung der dortigen Klinik ein solches System bezahlt. Göttingen wolle das nötige Geld über Spenden hereinbekommen. Eine erste Großspende über 50000 Euro habe es bereits gegeben.

„Das System wird vorrangig den Kindern mit Fehlbildungen der Wirbelsäule zu gute kommen, es lässt sich aber auch in anderen Bereichen einsetzen“, ergänzte Radiologe Lotz. Eine Vollauslastung sei daher sichergestellt.

Spendenkonto „Kleine Rücken brauchen Hilfe“, Universitätsmedizin, IBAN: DE98 2605 0001 0000 0014 20, Kennwort „Kleine Rücken“.

Von Michael Caspar

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Göttingen
Anzeigenspezial
Der Wochenrückblick vom 11. bis 17. November 2017
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt