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Konsequenzen: Securenta-Klageflut beim Landgericht Göttingen

Neue Richterstellen Konsequenzen: Securenta-Klageflut beim Landgericht Göttingen

Das Landgericht wird in den nächsten Monaten bis zu sechs volle Richterstellen für die Bearbeitung der neuerlichen Klageflut von Geschädigten der Göttinger Gruppe und Securenta AG erhalten. Eine erste Richterin aus Braunscheig beginnt schon am 1. April, eine zweite, ebenfalls aus Braunschweig, startet am 1. Juni.

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Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Dann werden sich drei Kammern der Klageflut annehmen. Zudem wird der Folgedienst aufgestockt.

Die Justiz versteht den Kraftakt als Solidaritätsaktion des Oberlandesgerichts-Bezirks, nachdem sich die Zahl der Securenta-Klagen in den vergangenen Wochen von rund 5000 auf mindestens 9350 fast verdoppelt hatte.

Einen Überblick, wie viele Klagen es letztlich werden, haben weder Gericht noch Kanzlei der Kläger. 2950 Klagen richten sich gegen die Wirtschaftsberatungsunternehmen Ernst & Young AG und Capgemini Deutschland Holding, weitere 1400 Klagen nur gegen Ernst & Young. Weil darunter Sammelklagen mit bis zu 200 Klägern sind, wird abzuwarten sein, ob das Gericht diese auseinanderdividiert und neue oder Klageerweiterungen daraus macht, falls diese Kläger bereits Vorstandsmitglieder verklagt hatten.

Die Rechtsschutzversicherungen der Kläger wollten aus Kostengründen Sammelklagen. Denn bisher hatten die Kläger für die 5000 alten Klagen rund 3,5 Millionen Euro Prozesskostenvorschuss zahlen müssen. Die Kanzlei rechnet nun mit nochmals drei Millionen.

Bisher hat das Landgericht schon 1300 der neuen Akten eingetragen, davon in 450 Fällen den Streitwert ermittelt, aber noch nicht formal festgelegt. Wegen der zusätzlichen Arbeit werden für acht Mitarbeiter des Folgedienstes die Verträge auf Vollzeitstellen aufgestockt. Denn neues Personal für den Gerichtsdienst ist nicht zu bekommen.

Nach dem Protest eines Capgemini-Pressesprechers beim Tageblatt, wieso seine Firma als Beklagte genannt wird, hat die Klägerseite jetzt eine umfassende Ausarbeitung zur Rechtsnachfolge der ursprünglich für die Jahresabschlüsse der Göttinger Gruppe verantwortlichen Wirtschaftsprüfer vorgelegt.

Demnach haben die drei ursprünglich Verantwortlichen, die Treuhand GmbH Volkery & Partner, die Schitag-Gesellschaften und die Ernst & Young Consulting GmbH teils bis zu sechs Mal umfirmiert oder sind übernommen worden. Vorerst letzte Rechtsnachfolger seien demnach Capgemini Deutschland, Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und EY Revision und Treuhand GmbH.

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