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Kreis Göttingen will mit Luft Methan in Mülldeponie reduzieren

Deponie Deiderode Kreis Göttingen will mit Luft Methan in Mülldeponie reduzieren

Mit einem neuen Belüftungsverfahren will der Landkreis Göttingen verhindern, dass aus seiner alten Mülldeponie bei Deiderode noch viele Jahrzehnte lang jede Menge Methangas freigesetzt wird. 1,155 Millionen Euro muss er dafür investieren.

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Die Deponie Deiderode heute: Mit dem abgedecktem Müllberg und neuer Behandlungsanlage.

Quelle: barke.j

Deiderode. Es ist ein ganz natürlicher Prozess: Wenn organische Stoffe vergammeln, entstehen Gase, besonders unter Luftausschluss. Am Ende der Verrottung bildet sich vor allem Methangas. Das ist seit mindestens zwölf Jahren auch auf der Deponie des Landkreises in Deiderode der Fall. Von 1973 bis 2005 wurde auf der Anlage der Müll aus dem Kreisgebiet abgeladen und aufgeschüttet, seit 1987 auch aus der Stadt Göttingen. Seit 2005 ist die eigentliche Deponie stillgelegt und inzwischen mit Erde abgedeckt. Der Müll wird seitdem in einer Anlage gleich nebenan sortiert: Verwertbare Stoffe werden weiter verarbeitet, der Restmüll mechanisch-biologisch behandelt.

In dem alten Müllberg aber gären etwa 2,5 Millionen Kubikmeter Abfall aus Hausmüll, Sperrmüll und Gewerbeabfall weite. Seit 2006 fängt der Landkreis das Methangas auf, erklärte Betriebsleiter Dirk Piper am Dienstag im Umweltausschuss des Kreistages. Dafür seien Gasdome - eine Art Sammelbrunnen - in den Berg eingebaut worden. Aus dem so abgesaugten Gas werde in einem Blockheizkraftwerk Wärme und Strom für den Eigenverbrauch der Deponieanlage produziert.

Auch wenn damit keine Gewinne erzielt werden, habe das bis vor drei Jahren gut funktioniert, seitdem aber versiegt die Gaszufuhr. Zehn Jahre lang seien im Schnitt 100 Kubikmeter Methangas pro Stunde aufgefangen worden, 2016 waren es nur noch die Hälfte. Es entstehe im Müllberg zwar überall weiterhin jede Menge Methangas, das werde nicht von den gesetzten Gasdomen erfasst, so Piper.

Vor diesem Hintergrund habe der Kreis in einer Potenzielanalyse erwartete Gasmengen und mögliche Behandlungsvarianten untersuchen lassen, so Piper. Ergebnis: Mit dem bisherigen Verfahren kann nur noch etwa ein Viertel des Gases aufgefangen und genutzt werden, der größte Teil würde in die Luft und Atmosphäre entweichen. Und der Abbauprozess dürfte einschließlich teurer Nachsorge „noch viele Jahrzehnt, vielleicht auch Hundert Jahre dauern“, warnte Piper. Das will der Kreis jetzt aber mit einem neuen Verfahren verhindern. Der Trick dabei: Wird durch Rohre Luft - also Sauerstoff - in den Berg gepumpt, verändert und beschleunigt sich der Rotteprozess und es entstehen in den belüfteten Bereichen keine Methangase mehr. Sie könnten könnte um bis zu 85 Prozent reduziert werden, so Piper. Vom Restmethan könnten Dreiviertel weiter im Blockheizkraftwerk genutzt werden.

Für die Analyse habe der Kreis bereits 94000 Euro ausgegeben, die Hälfte davon hat der Bund aus seiner Klimaschutzinitiative gefördert. Das neue Belüftungssystem werde 1,155 Millionen Euro kosten, verteilt über die kommenden beiden Jahre. Bis zu 450000 Euro könnten auch hierfür vom Bund getragen werden, so Piper. Jetzt muss der Kreistag entscheiden, ob er das Geld im Haushaltsplan vorsieht.

Von Ulrich Schubert

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