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Kriegsgefangener Eduard Schäfer

Vor 60 Jahren durchs Tor zur Freiheit Kriegsgefangener Eduard Schäfer

Er ist einer von 567 277 Kriegsheimkehrern, die in Friedland durchs Tor zur Freiheit gingen. Einst haben seine Leidensgenossen in riesigen Treffen auf dem Hagenberg ihre glückliche Rückkehr aus Weltkrieg und Gefangenschaft gefeiert. Heute sind die letzten hoch betagt und kommen nur noch vereinzelt. Am Donnerstag war es Eduard Schäfer, den es noch einmal nach Friedland, seinen „zweiten Geburtsort“, drängte – auf den Tag genau 60 Jahre nach seiner Entlassung.

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60 Jahre danach: Eduard Schäfer (l.) im Gespräch mit Innenminister Uwe Schünemann.

Quelle: Hinzmann

„Es war mein zweiter Geburtstag. Ich bin glücklich mit meinem Leben“, schrieb der 80-Jährige aus Duisburg über das Lager Friedland ins Gästebuch der katholischen Kirche. Wie damals im Dezember 1949 kümmerte sich die Caritas um ihn, zeigte ihm die Filme über die Geschichte des Lagers, und Waltraud Schmidt kopierte ihm sogar den vom Geschäftsführer der Friedlandhilfe, Fritz Oerke, beschafften Entlassungsschein von damals.

Es war ausgerechnet der Tag der Weihnachtsfeier. Spätaussiedler aus Russland und die aus dem Irak aufgenommenen Flüchtlinge feierten, als Schäfer noch einmal die wellblecherne Nissenhütte betrat. Innenminister Uwe Schünemann (CDU) traf er zufällig, und er schilderte ihm, wie er einst als Jugendlicher zum Arbeitsdienst in den Spreewald abkommandiert wurde, wie man ihn in die Wehrmacht und an die Ostfront zwang und wie er – noch mit 16 – in russische Gefangenschaft geriet. 600 der 800 Mithäftlinge in einem Steinbruch starben. Er überlebte, weil er sich als „Spezialist“ ausgab. Im Dezember 1949 wurde er entlassen, ging bei Besenhausen über die Grenze, warf dort seine russische Pelzmütze auf den großen Haufen, den schon tausende Freigelassene passiert hatten, und kam ins Lager. Am 11. Dezember 1949, gestern vor 60 Jahren, begann für ihn sein zweites Leben.

Jürgen Gückel

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