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Krippen: Stadt Göttingen verhandelt mit freien Trägern neue Verträge

„Da gibt es einen Aufstand“ Krippen: Stadt Göttingen verhandelt mit freien Trägern neue Verträge

Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kinder ab einem Jahr, der ab August gilt, scheint der Göttinger Stadtverwaltung zunehmend Kopfzerbrechen zu bereiten. Mindestens 230 Plätze werden zum Stichtag fehlen, eine Klagewelle droht. Daher verhandelt die Stadt derzeit mit den freien Trägern einen neuen Leistungs- und Budgetvertrag.

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Wer möchte einen Krippenplatz? Nach dem Willen der Stadt sollen Göttinger Einrichtungen ab August vorrangig Kinder mit einem Rechtsanspruch aufnehmen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Ein Ziel sei es, „die altersmäßige Zusammensetzung der Gruppen mit den freien Trägern abzustimmen“, sagt Stadtsprecher Detlef Johannson. Hintergrund sei die gesetzliche Regelung in Niedersachsen, dass bei mehr als sieben Kindern unter zwei Jahren in einer Krippengruppe nur zwölf anstatt 15 Kinder aufgenommen werden dürfen.

Johannson weiter: „Wenn aufgrund der Anmeldungen in einer Kita viele unter Zweijährige einen Platz suchen, das aber in einer anderen Einrichtung nicht der Fall ist, könnte zum Beispiel diese Einrichtung einen Teil der unter Zweijährigen aufnehmen, so dass in keiner Gruppe mehr als sieben Kinder zwischen null und zwei Jahren betreut werden“ – und damit keine Gruppe auf zwölf Plätze abgesenkt werden müsste.

Das allerdings sei aus pädagogischen Gründen nicht ganz einfach, gibt Michael Höfer, Geschäftsführer des Vereins Kinderhaus, zu bedenken. Man könne doch Eltern, die ihr Kind beispielsweise in einer Einrichtung im Ostviertel anmelden, nicht sagen, sie sollten ihr Kind in eine Krippe in der Südstadt geben – nur weil dort die Grenze von sieben Kindern unter zwei Jahren noch nicht erreicht sei.

„Man kann die Kinder doch nicht einfach so verschieben"

„Da gibt es einen Aufstand“, sagt Höfer. Außerdem greife das zu sehr in die Belegungsautonomie der Träger ein. Man habe sich mit der Stadt darauf verständigt, ihr wenn möglich entgegenzukommen und Kinder aufzunehmen. „Aber man kann die Kinder doch nicht einfach so verschieben“, betont Höfer. Schließlich meldeten Eltern ihre Kinder aus gutem Grund in einer Einrichtung in ihrer Nähe an.

Ferner will die Stadt erreichen, dass die hiesigen Einrichtungen vorrangig Göttinger Kinder mit Rechtsanspruch aufnehmen – so steht es in einer aktuellen Vorlage zur Kindertagesstättenbedarfsplanung. Davon betroffen sind Kinder, die keinen Wohnsitz in Göttingen haben, und unter Einjährige. Eltern ortsfremder Kinder müssten sich dann an die jeweilige Wohnsitzgemeinde wenden, erklärt Johannson. Und die Zahl der Kinder unter einem Jahr in Göttinger Krippen sei ohnehin gering.

„Das ist kein Massenphänomen“, bestätigt Höfer. „Aber dass Kinder definitiv erst ab einem Jahr aufgenommen werden, das wird zum ersten Mal so deutlich festgeschrieben.“ Allerdings müssten dann Eltern, deren Kinder kurz nach dem Stichtag 1. August ihr erstes Lebensjahr vollenden, beinahe ein ganzes Jahr warten. In Härtefällen werde man aber schon Lösungen finden, glaubt Höfer. Darauf habe man sich mit der Stadt verständigt.

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Am Mittwoch

„Mehr Personal oder kleinere Gruppen schaffen erträgliche Arbeitsbedingungen und sind gut für unsere Kinder.“ Das ist die Grundforderung einer neuen landesweiten Volksinitiative für gute Kindertagesstätten, die auch von einer Göttinger Gruppe unterstützt wird. Am Mittwoch organisiert sie eine Diskussionsrunde mit Landtagskandidaten zur Frage: „Betreuungsgeld oder mehr Kita-Personal?“

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