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Küster kämpfen gegen Exkremente

Innenstadt Küster kämpfen gegen Exkremente

Immer wieder müssen die Küster an Göttinger Innenstadtkirchen gegen Exkremente von Menschen und Hunden ankämpfen. Hundekot „in Massen“ sei ein Problem an St. Albani bestätigt Küster Willi Pöhls.

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Hundekot-Alarm: Willi Pöhls zeigt, wo an St. Albani Gefahr droht.

Quelle: Hinzmann

Ältere Damen mit kleinen Pekinesen, die kaum Dreck machten, hätten häufig eine Tüte dabei. Besitzer großer Doggen dagegen ließen die nicht minder großen Haufen ihrer Hunde oft liegen. Bei den Hundebesitzern handele es sich keinesfalls nur um Obdachlose, so Pöhls, sondern um „die ganz normale Bürgerschaft“. Wenn man die Hundebesitzer anspreche, passiere nichts. „Das ist ein öffentliches Grundstück“ und „Mein Hund war das nicht, beweisen Sie das Gegenteil“ seien typische Antworten.
Bisweilen sei das Gelände rund um die Kirche völlig verschmutzt. Vor allem im Sommer sei dies unangenehm – wegen des bestialischen Gestanks und weil die Gefahr bestehe, dass zum Beispiel wartende Hochzeitsgäste in die Hinterlassenschaften treten und diese so dann auch in die Kirche bringen. Er empfehle dann immer, auf den Wegen zu bleiben, so Pöhls.

Haufen auf Treppe

Er muss nicht nur den Hundedreck, sondern auch menschliche Hinterlassenschaften beseitigen. Menschen entleerten auf dem Kirchengelände nicht nur ihre Blase, sondern auch ihren Darm. Einmal habe er vor dem Gottesdienst einen menschlichen Haufen auf der Treppe zwischen Kirche und Gemeindehaus gefunden. Den habe er im Anzug und vor der Gottesdienstvorbereitung erst einmal entsorgen müssen.

Ähnliche Probleme gebe es in allen Innenstadtgemeinden meint Pöhls. Auch Jacobi-Küster Hans-Werner Hoffmann ist davon betroffen. Er müsse fast jeden Morgen den Eingangsbereich des Hauptportals reinigen, weil dort jemand uriniert habe. Weil dort der Boden uneben sei, bildeten sich schnell kleine Lachen. Doch auch an anderen Eingängen und rund um die Kirche in den Nischen finde sich immer wieder Urin. Verursacher seien nächtliche Kneipengänger, Obdachlose oder auch von ihren Eltern schnell dorthin verfrachtete kleine Kinder. Eine Zeit lang habe man die Kirchenbeschmutzer auch angesprochen, doch diese hätten gleichgültig reagiert. Laut Pastor Harald Storz urinieren auch Kiosk-Besucher an der Kirche.

Rachefantasien

Die Menschen, die die Kirche als Toilette benutzen, auf ihr Fehlverhalten anzusprechen, zeige kaum Wirkung, hat auch Jacobi-Mitglied Margret Mueser festgestellt: „Wem nichts mehr heilig ist, dem ist wohl auch nichts mehr peinlich.“ Auch Rachefantasien wie eine stachelige Bepflanzung oder Elektroschocks brächten nichts. Es gelte vielmehr, das Fehlverhalten öffentlich zu ächten: „Nicht wegschauen, sondern laut Unmut äußern.“

Immerhin ist öffentliches Urinieren – egal ob an eine Kirche oder eine Bratwurstbude – als „grob ungehörige Handlung“ eine Ordnungswidrigkeit, die mit einer Geldbuße geahndet werden kann. Das Ordnungsamt der Stadt habe sich in den vergangenen Jahren aber durchschnittlich nur mit 10 bis 15 Fällen aus diesem Bereich befassen müssen, so Stadt-Sprecher Detlef Johannson. Während des Weihnachtsmarktes gebe es keine erhöhten Fallzahlen. Hundehalter sind verpflichtet den Kot ihrer Tiere auf öffentlichen Straßen und in öffentlichen Anlagen unverzüglich zu beseitigen. Bei Zuwiderhandlungen droht die Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit in der Stadt Göttingen eine Geldbuße in Höhe bis zu 5000 Euro an.

Jörn Barke

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