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Kultur-Konflikt um altes Bahngebäude in Göttingen

Theaterproben statt Rockkonzerte Kultur-Konflikt um altes Bahngebäude in Göttingen

Noch ist der Vertrag nicht unterzeichnet, aber die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und Stadtentwicklung Göttingen (GWG) und das Deutsche Theater (DT) sind sich im Prinzip einig. In der lange leer stehenden ehemaligen Halle der Bahn in der Güterbahnhofstraße richtet das DT seine Probebühne und den Theaterfundus ein.

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Seit 2011 im Besitz der GWG: Die ehemaligen Hallen des Güterverkehrszentrums der Bahn sind stehen seit Jahren leer.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Der DT-Verwaltungsrat gab am Montag grünes Licht. „Detailfragen“ müssten in der kommenden Woche noch abgeklärt werden, sagt DT-Verwaltungsdirektorin Bettina Reinhart. Sie meint: Höhe des Mietpreises und nötige Umbauten, die die GWG als Eigentümerin vornehmen soll. Noch bevor der Vertrag unterzeichnet ist, wollen DT und GWG die Probebühne am Montag vorstellen. Das DT ist nach Reinharts Angaben mit der GWG seit knapp einem halben Jahr im Gespräch.

Weder zu Mietpreisen noch zur Höhe der Umbaukosten will sich die GWG äußern. Aus dem GWG-Aufsichtsrat heißt es zumindest, dass „eine nicht unbeträchtliche Summe für den Umbau“ zur Verfügung gestellt werden müsse. Die GWG geht davon aus, dass auf alle Fälle das Dach neu gemacht werden muss. Die Mietpreisfrage ist nach Tageblatt-Informationen auch im GWG-Aufsichtsrat noch nicht offen gelegt worden.

Konzerte inklusive Tagesgastronomie

Mit den Plänen für eine Probebühne ist der Plan von Matthias Bauer von der H. M. B.Gastronomie GmbH vom Tisch. Bauer, der im Pools in der Innenstadt unter dem Namen Heimathafen Konzerte veranstaltet, wollte in der parallel zur Bahn liegenden Bahnhalle einen „multifunktionalen“ Veranstaltungsort für mittelgroße Konzerte inklusive Tagesgastronomie eröffnen.

Über die Ernsthaftigkeit von Bauers Vorhaben gibt es beim Heimathafen-Betreiber und der GWG sehr unterschiedliche Auffassungen und Aussagen. Klaus Rüffel von der GWG wertet die beiden Besichtigungen mit Bauer als eher unverbindliche Treffen. Er habe das Gefühl gehabt, dass das Interesse nicht groß sei. Auch habe sich Bauer danach nicht wieder bei der GWG gemeldet.

„Nicht kompatibel“ für Umfeld

Bauer erläutert hingegen, dass sein Interesse an der Halle groß war und immer noch „sehr konkret“ ist. Bereits im Juli sei er mit seinem Konzept bei der GWG vorstellig geworden. „Haarklein“ bis zum Quadratmeterpreis, so Bauer, habe man Fragen erörtert und sei sich „so gut wie einig“ gewesen, erinnert sich Bauer. Auf eine Antwort von der GWG wartet Bauer nach seinen Angaben immer noch. Rüffel wertet unterdessen das von Bauer vorgelegte Konzept als „nicht kompatibel“ für das Umfeld. So wirke der Bahnlärm möglicherweise störend auf die Konzerte, argumentiert Rüffel. Auch hält er das Konzept für die geplante Gastronomie für zu „trashig“. „Wir werden es nicht weiter verfolgen“, sagt Rüffel.

GWG-Aufsichtsratsmitgliedern sind zwar Anfragen an die GWG nach größeren Veranstaltungsräumen bekannt. Das Konzept von Heimathafen-Chef Bauer sei aber nie thematisiert worden, heißt es aus diesen Kreisen.

▶ Kommentar: Klaffende Lücke

Mittelgroße Bands, Bands, die zu unbekannt sind, als dass sie die Stadt- oder gar Lokhalle füllen könnten, die aber Clubs wie Exil oder Nörgelbuff locker fünf Mal ausverkaufen könnten, machen um Göttingen einen großen Bogen und spielen lieber in Hannover, Kassel oder gar Bielefeld. Nicht etwa weil sie die naseweise Kritik eines studentischen Publikums fürchten. Nein.

Es fehlt eine geeignete Konzerthalle, die zwischen 500 und 800 Zuschauer fasst. Und das ist nicht erst seit gestern so. Diese Lücke klafft in Göttingen spätestens mit dem Aus für die Outpost in der Königsallee vor zehn Jahren. Eine Konzerthalle wie sie von den Machern vom Heimathafen geplant war, hätte der Stadt gut getan. Es hat – zumindest vorerst – nicht sollen sein. Die Verantwortlichen bei den obersten Wirtschaftsförderern und in deren Aufsichtsrat haben sich gegen ein Konzept entschieden, das aus der Privatwirtschaft an sie herangetragen wurde. Eine schlüssige Erklärung dafür fehlt.

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Konzertveranstalter Klaus Wißmann sieht einen großen Bedarf in der Stadt für einen Veranstaltungsraum, der zwischen 400 und 1000 Besucher fasst. Auf jeden Fall fehle „dringend“ ein gut gelegener, bezahlbarer, am besten auch gastronomisch versorgter Veranstaltungsraum für den Bereich zwischen 400 Gästen und Stadthallengröße.

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