Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / 1 ° Schneeregen

Navigation:
Land Niedersachsen ehrt Lebensretter

Rettungsmedaille Land Niedersachsen ehrt Lebensretter

Es sind Szenen, die Michael Kurze vermutlich niemals vergessen wird: „Das Kind hat geschrien, und überall war nur noch Qualm.“ Wie er und seine Mitstreiter die Scheibe dann eingeschlagen und die Gurte gelöst haben, weiß er trotzdem nicht mehr. „Da denkt man nicht groß nach, man macht irgendwie“, fügt der 25-jährige Teistunger an.

Voriger Artikel
Göttingens Groner Landstraße 9
Nächster Artikel
Kreisfusion: Streit bei Verhandlungen

Dank an die Retter: Paulchens Vater Volker Schmidt, Retter Michael Kurze und Kristiana Barlas-Schmidt mit ihrem Sohn (v.l).

Quelle: Heller

Waake. Ohne zu zögern, selbstlos und mutig, retten die beiden, Michael Kurze aus Teistungen und Hauke Hübner aus Grone, an einem Freitag im vergangenen April eine junge Frau und ihr zwei Monate altes Baby aus einem brennenden Auto. Sie riskieren ihr eigens Leben – Sekunden später steht das ganze Fahrzeug in Flammen.

Für ihren „außerordentlichen Einsatz“ hat das Land Niedersachsen Kurze und Hübner jetzt mit der Rettungsmedaille des Landes ausgezeichnet. Auf Anregung der Feuerwehr.

Es ist kurz nach Mitternacht. Kristiana Barlas-Schmidt ist mit ihren Sohn Paul auf dem Weg von Göttingen zurück nach Waake. Bis heute ist unklar, warum ihr Auto am Södderich unvermittelt von der Straße abkommt. Der Wagen kracht frontal gegen einen Baum. Sekunden  später qualmt es im Motor- und Fußraum des Fonts.

Dramatische Sekunden

Kurze und Hübner kommen mit ihren Wagen zufällig vorbei. Sie eilen zum Autowrack, während ihre Begleiter die Straße sichern. Schnell können sie das Baby heraus holen, aber die anderen Türen klemmen. „Ich weiß gar nicht, wie wir die Scheibe kaputt und die Tür aufgekriegt haben“, beschreibt Hübner die dramatischen Sekunden. Als sie die Mutter herausziehen, schlagen schon die Flammen hoch.

Ihre verbrannten Beine sind heute, nach langem Krankenhausaufenthalt, „weitgehend wieder in Ordnung“, sagt Barlas-Schmidt. Und dann berührt die 35-Jährige ihren Retter Kurze vorsichtig am Arm, als sei er etwas Wundersames und ringt unter Tränen mit den Worten: „Ich frage mich oft, was wäre, wenn es auf einsamer Strecke passiert wäre und ihr nicht da gewesen wärt...Es gibt keine richtige Art, sich dafür zu bedanken.“ Auch der stellvertretende Ortsbrandmeister von Waake, Andreas Hartelt, ist sicher, „Sekunden später wäre es zu spät gewesen“.

Hilfe unter Lebensgefahr

Mit seinen Kollegen hatte er in dem Auto noch nach Paulchens Zwillingsbruder gesucht. Erst später stellte sich heraus, dass die Mutter ausnahmsweise nur mit einem ihrer drei Kinder unterwegs war. Und in dem Durcheinander blieb auch unbemerkt, dass noch ein Dritter unter Lebensgefahr half, Mutter und Baby zu retten.

Sein Musiker-Kollege Valentin Herbst aus Rollshausen „hat eigentlich auch eine Medaille verdient“, sagt Hübner, der bei der Verleihung verhindert war. „Wenn viele Menschen im Notfall so beherzt zugreifen, könnten viel mehr Leben gerettet werden“, würdigte Radolfshausens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Wucherpfennig (SPD) den Einsatz der Helfer, bevor er Urkunde und Medaille überreichte. 

Trümmer: Aus diesem Auto werden Mutter und Kind in letzter Sekunde gerettet.

Trümmer: Aus diesem Auto werden Mutter und Kind in letzter Sekunde gerettet.

Quelle:
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Anzeigenspezial
Die schönsten Schneebilder unserer Leser
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Termine

Wo kann man hin, was kann man machen? Hier werden Sie fündig: Das Tageblatt hat die wichtigsten Freizeittipps für Sie zusammengestellt