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Land unter an Leine, Rhume, Nathe und Garte

Dauerregen Land unter an Leine, Rhume, Nathe und Garte

Voll gelaufene Keller, überspülte und gesperrte Straßen, Hochwasserwarnungen und Feuerwehrleute im Dauereinsatz: Der ununterbrochene Regen hat in Südniedersachsen Leine, Rhume und viele kleine Flüsse über die Ufer steigen lassen.

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Überschwemmter Sandweg an der Flüthe in Göttingen

Quelle: dpa

Göttingen/Northeim. Bis 20 Uhr hatte die Leitstelle der Feuerwehr 118 Einsätze in Stadt und Landkreis Göttingen zu bewältigen, 42 davon im Stadtgebiet. Darunter bis zum Dienstagabend vor allem vollgelaufene Keller, überspülte Straßen, ein umgestürzter Baum in Diemarden. “Wir haben das Personal in der Leitstelle aufgestockt”, sagte Feuerwehrsprecher Frank Gloth. Und: Die Feuerwehren im Landkreis rüsteten sich für eine arbeitsreiche Nacht. Unterdessen stiegen und steigen die Pegel der südniedersächsischen Flüsse kräftig weiter. 2,33 Meter hoch stand die Leine um 20 Uhr am Göttinger Pegel. Tendenz weiter steigend. Wenn 2,50 Meter erreicht sind, so erklärt der Chef des Göttinger Bauhofs, Volker Hempfing, trifft sich eine kleine Expertenrunde mit Feuerwehr, Polizei und Verwaltung. Dann wird über weitere Maßnahmen wie beispielsweise das Verteilen von Sandsäcken beraten. Die Spitzen der Feuerwehr aus Stadt und  Landkreis haben bereits am Dienstagnachmittag zusammengesessen und die Organisation einer Hochwasser-Nacht vorbereitet. Auch der Bauhof, so Hempfing, habe mehr Mitarbeiter in Bereitschaft als sonst.

Die Feuerwehren in Stadt und Landkreis hatten vor allem ab dem frühen Nachmittag alle Hände voll zu. Auch in Westerode stieg die Nathe so hoch, dass am Abend die Ortsdurchfahrt gesperrt werden musste. Gleiches gilt für Straße zwischen Hollenstedt und Northeim.

Dransfeld

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In Gleichen schwoll die Garte mächtig an. In Rittmarshausen, Reinhausen und Diemarden gab es die ersten Einsätze. Dort, so erklärt Gleichens Feuerwehrsprecher Cord Hartung, wurden am Dienstagabend Sandsack-Stationen eingerichtet. “Wir sind vorbereitet”, so Hartung. Auch die Dransfelder Feuerwehr wappnete sich mit Sandsäcken gegen die Fluten - schwerpunktmäßig in Scheden. Die Bovender rückten unter anderem zum Rauschenwasser aus.

Bereits am frühen Dienstagmorgen war in Göttingen der Sandweg gesperrt worden. Auch die Flüthe hatte sich von einem Rinnsal zum Fluss verwandelt - kein Durchkommen für Fahrzeuge. Im  Laufe des Tages stieg der Pegel der Leine kontinuierlich um drei bis vier Zentimeter pro halber Stunde an.

Am späten Dienstagmittag war an drei Orten der Region die Warnmeldestufe zwei erreicht. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWK) ruft die Meldestufe zwei aus, wenn das Wasser hauptsächlich  land- und forstwirtschaftliche Flächen überspült. Außer am Göttinger Sandweg bestand diese Stufe noch an der Rhume in Katlenburg und in Elvershausen. Dort rauschte das Wasser bereits mittags nur wenige Meter von den Häusern entfernt vorbei. “Das wird eine unruhige Nacht”, sagte eine ältere Anwohnerin, die besorgt aus dem Fenster auf die Fluten der Rhume guckte.

Der Meldepegel Stufe drei  wird vom NLWK dann ausgerufen, wenn Überschwemmung größerer Flächen und Grundstücke, Straßen und Keller möglich ist. Für den Göttinger Leinepegel wird diese Stufe erreicht, wenn der Pegel auf 2,50 Meter steigt.

Auch die Gebäude der Universität Göttingen blieben nicht vom Regen verschont. Romas Bielke von der Pressestelle der Uni berichtete von zahlreichen kleineren Schäden durch den anhaltenden Regen. "Das bleibt bei älteren Gebäuden nicht aus", so Bielke. Betroffen seien unter anderem die Gebäude der Chemie und Physik auf dem Nordcampus. Am Platz der Göttinger Sieben tropfte es in nahezu allen Gebäuden von den Decken. In ZHG, Oeconomicum,  Juridicum und Blauem Turm könne man sich aber noch mit Eimern behelfen, berichtete Bielke. Vor dem Wohnheim am Albrecht-Thaer-Weg sei ein Stück Gehweg abgesackt, dort sei derzeit aber ohnehin eine Baustelle.

Auch an einigen Gebäuden der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) kam es zu kleineren Wassereinbrüchen durch den Dauerregen, berichtete Bettina Bulle von der UMG-Pressestelle. Auf den Parkflächen standen große bis zu zehn Zentimeter tiefe Pfützen.

Von Britta Bielefeld und Finn Lieske

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