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Landgericht Göttingen: Autoschieber bekommen Bewährungsstrafen

Autohaus Eckloff Landgericht Göttingen: Autoschieber bekommen Bewährungsstrafen

Mit Bewährungsstrafen sind drei Autoschieber davon gekommen, die im September 2009 kurz vor Schließung des Northeimer Autohauses Eckloff zehn teils neue, teils gebrauchte Fahrzeuge aus der Ausstellungshalle gestohlen und nach Polen geschafft haben.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen / Northeim . Das Landgericht Göttingen schloss sich im Berufungsprozess nach 22 Verhandlungstagen dem Schuldspruch des Amtsgerichts Northeim an: Haftstrafen von zwei, noch einmal zwei und einem Jahr, neun Monaten wurden verhängt.

Demnach haben die 49, 48 und 28 Jahre alten Männer einen damals bereits von seinem Arbeitgeber gekündigten Verkäufer der Northeimer Firma dazu genötigt, die Schlüssel und Papiere von zehn Fahrzeugen im Wert von 160 000 Euro herauszugeben. Dann sei der Verkäufer gezwungen worden, mit nach Polen zu kommen, wohin neun der zehn Wagen geschafft wurden.

Mit gerade einmal 2500 Euro in der Tasche habe das Täter-Trio den Verkäufer dann einfach in Polen sitzen lassen. Monate später kehrte er heim, stellte sich über seinen Anwalt der Polizei und belastete die jetzt Verurteilten.

Vom Blitzer erwisch t

Umstritten war, wer sich eigentlich den Coup ausgedacht und wer die Tatherrschaft hatte. Die drei jetzt Verurteilten hatten es so dargestellt, als hätten sie dem Autoverkäufer lediglich geholfen, Fahrzeuge zu überführen. Dass sie gestohlen waren, hätten sie allenfalls geahnt. Immerhin hatte einer der Angeklagten am Tag vor der Tat in einer Göttinger Striptease-Bar noch Fahrer für die Überführung angeworben.

Ein anderer, gebürtiger Pole, hatte seine Kontakte genutzt und die Tat finanziert. Der Dritte, ein Pole, spannte Familienmitglieder für die Überführung ein.

Zum Verhängnis wurde den Autoschiebern ausgerechnet ihre Raserei. Sie waren erst in eine Radarfalle und darauf in Streit geraten, wie es weiter gehen soll. Der 48-Jährige setzte sich durch und brachte seinen gestohlenen und fabrikneuen Geländewagen noch in derselben Nacht zurück und stellte ihn auf den Hof des bestohlenen Autohauses – mit 1600 Kilometern auf dem Tacho und gestohlenen Nummernschildern, die von einem Gebrauchtwagen stammten.

Die Blitzfotos und Geodaten der Handys der Angeklagten spielten im Prozess eine entscheidende Rolle, deren Beteiligung an der Polenfahrt zu beweisen.

Nur die Versicherung hat sich bemüht

Die Verteidiger hatten vergeblich darauf aufmerksam gemacht, dass doch eigentlich alle entscheidenden Schritte – die Auswahl der Wagen, die Beschaffung der Kennzeichen, die Vorsichtsmaßnahmen, um nicht entdeckt zu werden – von dem bereits milde verurteilten Autoverkäufer ausgegangen seien.

Auch habe die Firmenleitung kein Interesse gezeigt, die Wagen zurück zu erhalten. Man wisse nicht einmal, wo sie geblieben sind. Lediglich die Versicherung, die den Verlust zahlen sollte, hatte sich um Aufklärung bemüht. Erst deren Privatdetektiv hatte entscheidenden Anteil an der Aufklärung. Die Verteidiger haben Revision angekündigt.

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Gerichtsverhandlung

Die Schließung des Autohauses Eckloff in Northeim im September 2009 beschäftigt die Justiz. Denn die letzten Neuwagen fanden auf dubiose Weise neue Eigentümer: Sie wurden gestohlen und nach Polen verschoben. Jetzt sitzen drei von mutmaßlich vier Autoschiebern vor Gericht.

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