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Mehr Waschbären, mehr Abschüsse

Göttingen mit Abschussrekord Mehr Waschbären, mehr Abschüsse

Waschbären breiten sich in Niedersachsen immer mehr aus. Landesweit werden im Landkreis Göttingen die mit Abstand meisten Tiere erlegt: Hier gab es im vergangenen Jagdjahr 2031 Abschüsse.

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Waschbären breiten sich in Niedersachsen aus.

Quelle: dpa

Göttingen. Erstmals wurden in der vergangenen Jagdsaison in Niedersachsen innerhalb von zwölf Monaten mehr als 10.000 Tiere erlegt. Wie aus dem aktuellen Landesjagdbericht 2015/2016 hervorgeht, sind dies etwa 200 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2014/2015. Die Abschusszahlen lassen nach Angaben der Landesjägerschaft Rückschlüsse auf die Größe der Waschbärenpopulation zu.

Der Spitzenplatz des Landkreises Göttingen bei den Abschusszahlen erklärt sich durch die geografische Nähe zum nordhessischen Edersee, sagt der Göttinger Kreisjägermeister Axel Eichendorff. Dort wurden im Jahr 1934 zwei Paare der ursprünglich aus Nordamerika stammenden Tiere ausgewildert. In Kassel gibt es mittlerweile eine regelrechte Waschbärenplage, erklärt Eichendorff.

Seither breiteten sich die Waschbären, die bis zu 65 Zentimeter groß und bis zu zwölf Kilogramm schwer werden, vor allem von Süden, aber auch von Osten kommend in Niedersachsen „sehr stark“ aus, schreibt der Wildtierexperte Egbert Strauß im Landesjagdbericht. So werde auch im Weserbergland inzwischen aus fast jedem Revier ein Bestand gemeldet.

Wegen der Nähe zu Nordhessen steht der Landkreis Northeim in der Waschbären-Jagdstatistik mit 1.205 Abschüssen auf Platz zwei der vergangenen Jagdsaison. Es folgt mit 1.115 erlegten Tieren der Landkreis Lüchow-Dannenberg. Im Landkreis Hameln-Pyrmont wurden im vergangenen Jagdjahr 591 Tiere und im Kreis Schaumburg 300 Waschbären erlegt. Auch im Harz werden immer mehr Tiere zur Strecke gebracht. Allein im niedersächsischen Teil des Mittelgebirges waren es im vergangenen Jagdjahr etwa 850 Waschbären. In ganz Niedersachsen wurden genau 10.070 Waschbären geschossen. Dabei, sagt Kreisjägermeister Eichendorff, „werden die Populationen nach oben hin immer dünner.“

Dass die Abschusszahlen nach oben schnellen, verwundert Eichendorff nicht: „Das liegt an der Populationsdynamik. Die Populationen wachsen exponentiell“ - erst langsam, dann immer schneller. Wenn sich die Besatzdichte der maximalen Tragfähigkeit des jeweiligen Reviers näherten, setzten Krankheiten wie Stäupe oder Räude ein. „Bisher“, erklärt der Kreisjägermeister, „haben wir allerdings noch keine deutlichen Seuchenanzeichen.“

Waschbären fressen alles

Vor zehn Jahren waren in Niedersachsen nur etwa 2.400 Waschbären geschossen worden. Damals gab es in weiten Gebieten im Westen und Norden des Landes noch gar keine oder nur wenige Abschüsse. Das hat sich inzwischen geändert. In fast allen Landkreisen werden regelmäßig Waschbären erlegt. Dies ist laut Landesjägerschaft auch dringend erforderlich. Denn der Waschbär als Allesfresser habe einen zunehmend negativen Einfluss auf gefährdete Tierarten. Er frisst Singvögel und Niederwild, plündert die Nester von Greifvögeln oder Schwarzstörchen und macht sich über Fische, Unken und Kröten her. Eine Ausrottung der Waschbären durch die Jagd sei angesichts der großen Zahl der Tiere allerdings illusorisch, meinte Experte Strauß.

Die Experten gehen davon aus, dass auf jedes erlegte Tier eine Vielzahl lebender Waschbären kommt. Als Schätzzahl nennt Strauß für das Jahr 2009 bis zu 500.000 Tiere in Deutschland. hein

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