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Landtagswahl Niedersachsen 2013: Sieben Fragen an sieben Kandidaten Sieben Fragen an Johannes Rieder (Piraten)

Landtagswahl Sieben Fragen an Johannes Rieder (Piraten)

Windräder und Bioenergie, Kreisfusion ja oder nein, Berufsbildende Schulen und was tun gegen das Ausbluten der kleinen Dörfer? Wie bekommt man den Verkehr aus den Wohngebieten? Welche Schulform hat Zukunft und gehen Arbeitsplätze vor Umweltschutz? - das Tageblatt hat den Landtagskandidaten der Wahlkreise 15, 16, 17 und 18 sieben Fragen gestellt. Hier die Antworten von Johannes Rieder (Piraten).

 
1. Windräder und Bioenergieanlagen: Ist der Landkreis schon zu voll gestellt?  
Nein. Wer auf saubere zukunftsorientierte Energie umsteigen will, der muss damit rechnen, dass dies mit einigen Kosten verbunden ist. Eine Biogasanlage in der Nachbarschaft oder ein paar Windkrafträder nahe des Ortes sind dabei ein ziemlich geringer Preis für eine nachhaltige Energieversorgung.
 
2. Kreisfusion mit Osterode und Northeim: Ja oder Nein?
Ich würde derzeit gegen eine Fusion stimmen. Gefahren überwiegen. Der Demokratieabbau sticht dabei hervor – durch mögliche Schließung von Ämtern vor Ort und Zentralisierung auf Göttingen, durch Verschmelzung der Räte mit Machtposition von Göttingen und Problemen der kleinen Kreise, ihre Stimme geltend zu machen. Solange diese Gefahren nicht ausgeräumt sind, kann ich nicht guten Gewissens dafür stimmen.
 
3. Berufsbildende Schulen: Zentrale oder dezentrale Angebote?
Die Angebote einer BBS sollten sehr stark an die Nachfrage und den Bedarf des Einzuggebiets angepasst werden. Zusammenarbeit und Absprachen zwischen verschiedenen Schulen sind selbstverständlich auch zu fördern. Genauso, wie ein einfacher und finanzierbarer Zugang zu den Bildungsangeboten. Wichtig ist dabei eine größtmögliche Freiheit des Individuums bei der Wahl seines Weges.
 
4. Was tun gegen das Ausbluten der kleinen Dörfer?
Man sollte fragen, warum viele Menschen ein Leben in der Stadt bevorzugen. Sind es finanzielle Aspekte oder Arbeitsplatz/Schule? Vielleicht mehr Kulturangebote? Das kann man nur im Einzelfall betrachten. Ich sehe keinen Sinn darin, Dorf oder Stadt künstlich attraktiver zu gestalten, um mehr Menschen in eines von beiden zu locken. Es muss jedem frei stehen, das bevorzugte Leben verwirklichen zu können.
 
5. Ständig Stau auf der Autobahn und dann auf den Ausweichstrecken: Wie bekommt man den Verkehr aus den Wohngebieten?
Unser Leben ist stark auf das Auto konzentriert. Ich halte das für verbesserungswürdig. Förderung des öffentlichen Nahverkehrs kann helfen, verstopfte Straßen zu entlasten und die Umwelt zu schonen. Ein Modell des fahrscheinlosen ÖPNV gefällt mir sehr gut und funktioniert in einigen Städten bereits mit umwerfendem Erfolg. Auch eine preisliche Verbesserung könnte viele bewegen, ihr Auto stehen zu lassen.
 
6. Bildungspolitik: Welche Schulform hat Zukunft?
Das Konzept der Piraten ist, größtmögliche Auswahl zu bieten, individuelle Bildung zu fördern und Kind und Eltern alle Optionen zu ermöglichen, den besten Weg zu entscheiden. Nicht das Land sollte entscheiden, welche Schulform die beste ist, sondern Kind und Eltern. Schulen vor Ort müssen stärker gefördert werden, sich selbst zu entfalten, um dem Schüler seine Wünsche tatsächlich erfüllen zu können.
 
7. Das Kali-Salz aus Werra und Weser fernhalten, oder haben Arbeitsplätze im Zweifel Vorrang?
Arbeitsplätze Weniger können nicht wichtiger sein  als Schutz der Umwelt, die alle betrifft. Die Interessen aller an Werra und Weser überwiegen im Zweifel wirtschaftlichen Interessen einer Firma. Das muss nicht im Kontrast stehen. Es gibt Möglichkeiten, Situationen zu verbessern. Umwelt oder Arbeitsplätze ist zu vereinfacht. Es wird Zeit, dass Politik sich gegen Unternehmen behauptet und klare Zeichen setzt.
 
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