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Lebensgefährliche Mitpatientin

Dieses Mal nur Körperverletzung Lebensgefährliche Mitpatientin

Schon einmal hat sie aus Wut eine Mitpatientin getötet, hat ihr eine Decke über das Gesicht gezogen und zugedrückt, bis ihr Opfer starb. Am 3. Juni 2011 hat sie es im Landeskrankenhaus Moringen wieder versucht. Doch diesmal, so urteilte am Donnerstag die Schwurgerichtskammer des Landgerichtes Göttingen, war nicht nachweisbar, dass sie in Tötungsabsicht handelte. Die 31-Jährige wurde lediglich wegen Körperverletzung zu zehn Monaten Freiheitsentzug verurteilt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Moringen. Dennoch hält auch das Gericht die an einer impulsiven Persönlichkeitsstörung leidende Frau für eine lebensgefährliche Mitpatientin. Deshalb wurde ein weiteres Mal Unterbringung im Maßregelvollzug angeordnet. Dort hatte sie bereits gelebt, als die jüngste Tat geschah. Das Landgericht Osnabrück hatte die 31-jährige 2011 untergebracht, weil sie im März 2010 in der Ameos-Klinik Osnabrück eine 46 Jahre alte Mitpatientin getötet hatte. Damals galt sie als schuldunfähig.

Diesmal sah ein psychiatrischer Gutachter das anders. Er zweifelte am völligen Schuldausschluss. Zu einer Verurteilung, wie sie der Staatsanwalt beantragt hatte – dreieinhalb Jahre wegen versuchten Totschlags – kam es dennoch nicht. Zwar glaubte das Gericht der Frau ihre Beteuerungen nicht, ihr Opfer zwar mit der Decke die Luft genommen zu haben, sie aber nicht habe töten wollen.

Dennoch, so Richter Ralf Günther, sei zu ihren Gunsten nicht davon auszugehen, dass sie an den Erfolg ihrer Tat geglaubt habe. Tatsächlich sei dem Opfer nur wenige Sekunden die Luft genommen worden. Der Alarm lief, so dass mit Rettung zu rechnen war.

Auslöser der Tat war ein Streit der Patientin mit dem Personal der Maßregel-Station. Ein Arzt hatte der Frau probeweise ein Einzelzimmer zuerkannt, die Pflegerinnen waren damit aber nicht einverstanden. Wütend drohte die Frau:  „Ich bringe euch alle um!“ Dann war sie auf ihr Zimmer gestürmt, um die Mitpatientin mit einer Decke zu ersticken.

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