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Lebensgefährliche Mitpatientin Interesse verkannt

Kommentar

Interesse verkannt

Die Häufung mag Zufall sein. Doch dass spektakuläre Straftaten in und um das Maßregelvollzugszentrum Moringen die Öffentlichkeit beunruhigen, liegt auch an Fakten wie diesen:

© dpa (Symbolbild)

Am Montag das Urteil gegen den Maskenmann, der als Freigänger des Landeskrankenhauses im Moringer Kindergarten eine Frau überfallen und pervers misshandelt hat. Am selben Tag die Unterbringung eines 19-Jährigen in Moringen, der eine Zwölfjährige missbraucht und Feuer gelegt hat. Am Donnerstag das Urteil gegen die 31-Jährige, die schon zweimal Mitpatientinnen in der Psychiatrie zu ersticken versuchte – einmal mit Erfolg.

Am selben Tag terminiert ein Prozess gegen einen einschlägig vorbestraften Psychiatriepatienten, der eine Frau vergewaltigt hat (Termin in Januar verschoben). Kommenden Freitag das Urteil gegen einen Pädophilen, der im Stadtpark Moringen eine Elfjährige zu vergewaltigen versuchte.

Fünf schwere Verbrechen mit Moringen-Bezug binnen zwölf Tagen vor dem Landgericht: Da hätte man sich gewünscht, einmal im Gericht am konkreten Fall etwas zu erfahren über Sicherheitsvorkehrungen, Alarmpläne, vorbeugende Maßnahmen oder gar die Nöte des Personals in der Psychiatrie. Doch das Schwurgericht schloss wieder einmal die Öffentlichkeit aus – zum Schutz der Angeklagten.

Wie groß das öffentliche Interesse ist, dass es gar überwiegt, wurde verkannt oder ignoriert. Rechtlich mag die Verhandlung hinter geschlossenen Türen unangreifbar sein. Verständnis für den Maßregelvollzug schafft man so aber nicht. Chance vertan!

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